Concerto-Home (hier gelangen Sie auf die Startseite)

Bauchklang
Ultimative Fusion aus Mensch und Technik

Wer die Gruppe Bauchklang je live erlebt hat, weiß, welche Power die Jungs auf die Bühne bringen. Vokalartistik, die nicht lediglich dazu dient, Popsongs herunterzuspulen, sondern strikt dem Groove verpflichtet ist. Das Augenmerk liegt demnach auf Musikstilen wie Dub, HipHop oder Drum‘n’Bass, die eindrucksvoll ohne weitere technische Hilfsmittel nur mit Stimmen und Mikros in Szene gesetzt werden. Wie das Konzept einer Human Beatbox, das bereits in frühen HipHop-Tagen entwickelt wurde, steht hier eine ganze Gruppe als Beatbox auf der Bühne, wobei einzelne Mitglieder Teile wie Hi Hats, Bass Drum, Bass usw. übernehmen. Was in Folge natürlich variabler kommt als ein einzelner BeatBox-Artist. Dazu kommt auch Gesang, klar bei so wunderbaren Vokalisten, und damit ergibt sich eine voll funktionsfähige Vokaltruppe, die elektronische Musik quasi live nachvollzieht. Ein Konzept, das in seiner Innovation bestechend ist. Dass dies vor allem im Livekontext funktioniert, beweisen Bauchklang in vielen Konzerten landauf und landab sowie im Ausland. Zuerst könnte man Bauchklang als Kuriosität im Popbusiness sehen, aber erlebt man sie einmal live, wird klar, dass hier etwas anderes passiert. Groove ohne Maschine live und improvisatorisch. Beeindruckend ist vor allem auch der Umfang der verschiedenen Geräusche und Instrumente, die die 6 im Repertoire haben. Man glaubt es kaum, dass diese Sounds menschlichen Körpern entspringen.


Bauchklang1.gif (28618 Byte)Es geht den Jungs prinzipiell darum, die unendliche Bandbreite von menschlichen Stimmen auszuloten. Es ist demnach kein Wunder, dass Bauchklang vor allem in der elektronischen Musikszene soviel Bewunderer gefunden haben, eignet sich doch dieser Stil vorzüglich für einen Clubkontext. Man tanzt prinzipiell zu einem Groove, egal wo er herkommt oder wie er generiert wird. Das fantastische K-I-S-S von DJ DSL ist jedesmal ein Gassenhauer, der das Publikum mitreißt. Wer braucht da noch eine Gitarre???
Die Crew besteht aus Alex Boeck (das tragende Fundament), Andreas Fränzl (Leadsänger/Vocals mit Soul), Gerald Huber (Beatbox-Spezialist), Carl Schrumpf (Snares und Becken), Flow Weinberger (sexy Vocals), Peter Groissböck (Sounds from Heaven). In langer Arbeit wurde der Sound verfeinert und das Zusammenspiel der verschiedenen Stimmen optimiert.
Bauchklang wurde schon vor fünf Jahren gegründet. Der Stamm der Truppe kommt aus St. Pölten. Nach einer gemeinsam Produktion („Jesus Christ Superstar”) wollte man einfach die Energie fortsetzen und gemeinsam Musik machen. Zuerst wurden Black- Music-Stücke interpretiert, doch bald war Experiment angesagt. Eine lange Arbeitsperiode folgte, in der der Sound verfeinert wurde.
Die Mitglieder hatten vor Bauchklang bereits verschiedenste Projekte – Carl Schrumpf, der Mouthperkussionist, war in den 80ern Drummer einer Death-Metal-Band, spielte beim Vienna Art Orchestra; Flow Weinberger hatte eine Punkband, Andreas Fränzl war im Funk- und Elektronikbereich tätig. Dadurch ergibt sich auch das enorme musikalische Spektrum der Band.
Und da die Jungs auch Spaß verstehen, kommt diese Liveband auf der Bühne wie eine Urgewalt daher. Der Untertitel „Vocal Groove Project“ beschreibt die Intention der Band am besten. Wie lässt sich die menschliche Stimme als Groovemaschine einsetzen? Interessant wird sein, wie Bauchklang es schaffen, ihr Konzept auf den Tonträger zu bannen. Ist doch im September die erste Maxi-Single erschienen und das Album „Jamzero“ folgt im Oktober. Stücke aus dem Liveprogramm wurden im Studio nachkonstruiert, vokale Signale zerlegt und neu zusammengesetzt.


Bauchklang2.gif (26283 Byte)Übrigens wird die Band bei ecco-chamber veröffentlichen, einem Wiener Label, das vor allem mit Downtempo-Compilations und dem Indian-Masala-Mix-Album aufgefallen ist. Ihr Crossover-Sound jenseits aller Stilrichtungen, der auch Klänge aus Afrika und Indien miteinschließt, prädestiniert Bauchklang auch für ein Label wie ecco-chamber. Offenheit quasi als Programm.
Interessant ist auch die Website, die sehr ambitioniert daherkommt, es gibt Liveausschnitte und die ganz netten Geräusche, wo man bereits einen Vorgeschmack bekommt, wie die Jungs das live machen. Beeindruckend auch, dass Bauchklang bei den renommiertesten Festivals auftreten, was auch von einem guten Management zeugt. In einer relativ kurzen Zeit sind Bauchklang (seit 1999) ziemlich weit gekommen. Wir sind mal alle gespannt auf die Platten.           

Hans Kulisch

Aktuelle CD:
• „Jamzero“ (Veröffentlichung Oktober 2001 auf ecco-chamber rec.)

Konzerttipps:
• 27.10. Sonic 2000, Schärding, OÖ
• 8.11. Voicemania, Metropol Wien

Website: www.bauchklang.com