Diesen Artikel finden Sie in der CONCERTO Ausgabe 6-08, www.concerto.at
Zur Information: Die gesamte Printausgabe ist jederzeit über das CONCERTO Abo-Service erhältlich oder auch über den Fachzeitschriftenhandel Morawa-Vertrieb.

Steirisches Robustfolklorejubiläum  

Michael Krusche, Rupert Pfundner, Wolfgang Moitz und Andreas Safer bereichern als Aniada a Noar seit nunmehr 25 Jahren die heimische  Musikszene. Mit Geige, Gitarre, Ziehharmonika, Akkordeon, Dudelsack,  Maultrommel und etlichen weiteren Instrumenten im Gepäck haben sich die Steirer längst einen Platz ganz oben in der österreichischen Musiklandschaft erspielt.

Übrigens und noch einmal für die neu Dazugekommenen: „Ein jeder ein Narr“ hieße der Bandname, wenn er aus dem Weststeirischen übersetzt wird, klingt aber dann eben lange  nicht so gut. Seit einem Vierteljahrhundert zeigen uns Aniada a Noar nun schon, was Volksmusik im wahrsten Sinne des Wortes eigentlich bedeutet und wie das klingt, wenn es gut klingt und sich auch tatsächlich um Volksmusik handelt. Kurzum, mit irgendeinem Stadelgedudel haben und hatten die Herren niemals etwas am Hut. Alpenländisches steht  neben eigenem feinen Singer- Songwriting, folkloristisches wird mit angloamerikanischen Einflüssen verflochten. Sie selbst nennen es Robustfolklore. Dabei sind sie stets auch offen für Einflüsse aus anderen Ländern, wie sie auch alljährlich  mit ihrem Weihnachtsprogramm „Liacht“ beweisen, wo sie traditionell ein grenzüberschreitendes Programm bieten. Diesmal konzertieren sie mit befreundeten Musikern aus Ungarn.

Die silbernen Jubiläumsfeiern kulminierten nun also mit einem schon jetzt legendären Konzert im restlos ausverkauften Grazer Orpheum, dem über 800 begeisterte Menschen beiwohnten. Halb Europa hat sich im Laufe des Abends auf der Bühne versammelt, um den Legenden die fällige Ehre zu erweisen. 45 Künstlerinnen und Künstler waren als Gäste dabei. Namen wie Reinhard P. Gruber, Joe Broughton, Jimmi Cogan, Marios & Julie sollen hier nur stellvertretend genannt werden. Begonnen hatte der Abend mit dem Auftritt der Urbesetzung der Folkfriends, aus denen Aniada a Noar hervorgegangen sind und die erstmals seit 25 Jahren wieder gemeinsam auf die Bühne gefunden haben. Nach drei Stunden ohne Pause und einer gemeinsamen Zugabe aller Akteure ging der fulminante Konzertabend zu Ende.

Aniada a Noar gibt es seit einiger Zeit auch als Extended Version und mit etwas mehr Tempo  unter dem Namen Polka Potente mit Gabriel Froihofer am Schlagzeug und Reinhard Ziegerhofer am Bass und Kontrabass.

Rechtzeitig zum Jubiläum ist nun auch ein  Film vom Grazer Regisseur Heinz Trenczak über Aniada a Noar und Polka Potente erhältlich. Im Lauf von 22 Monaten, 35 Drehtagen und 40 Schnitttagen ist so ein Roadmovie entstanden. Zu Beginn bewegt sich ein roter Zug durch die Weststeiermark, der „Narrenblitz“. Es ist ein 11.11. um 11h11. Drinnen singen und  spielen die Musikanten „Wou Is Daham?“ Auftritte im Orpheum  in Graz und im Wiener Porgy & Bess sind zu sehen, ein Auftritt im bayrischen Fernsehen in der Sendung Wrtshausmusikanten“ und die Tour von Polka Potente vom 09.01. bis 23.01. 2008 durch Guatemala. Auch Ausschnitte aus dem häuslichen Bereich der „Noarn“ sind hier zu finden und sie erzählen von ihren ganz unterschiedlichen Werdegängen und wie sie gemeinsam älter geworden sind und sich dabei kontinuierlich zusammengerauft haben. Am Ende ist es wieder der 11.11., ein Jahr ist um und wieder musiziert die Gruppe im Zug. Diesmal gezogen von der dienstältesten Dampflok der Welt, der 671. In das Pfauchen und Zischen mischt sich das Lied „Matuzine“, das Werkel dreht sich weiter und erneut bricht eine närrische Zeit an.

Bericht: Werner Leiss
Fotos: Johannes Gellner


DVD-  Tipp:
Noarnfülm- 25 Jahre Aniada a Noar, Extraplatte

CD Tipps:
Alle erhältlichen CDs, Extraplatte

Web- Tipps:
www.aniada.at
www.polkapotente.at

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