Mario Rom - Der Geschichtenerzähler

Sein Name fällt meistens, wenn es um berührende und innovative Trompetentöne geht. Nicht nur mit den Formationen Interzone und Shake Stew ist Mario Rom in aller Ohren. Nun ist der gebürtige Steirer mit 29 Jahren zum derzeit wohl jüngsten Professor an einer österreichischen Musikuniversität geworden.

Mario Rom live on stage /FotoCredit: Herbert Höpfl

Seinen ersten Trompetenunterricht erhielt der aus Hall bei Admont stammende Mario Rom von seinem Vater. Nach einigen Jahren in der Admonter Schul-Bigband begann er schon mit 14 Jahren ein klassisches Trompetenstudium an der Anton Bruckner Privatuniversität. Und eben dorthin, genauer an das Institut für Jazz und improvisierte Musik, wurde er nun im November 2019 als Professor für Jazz-Trompete berufen. Dazu meint er: "Ich bin sehr dankbar über das Vertrauen und werde mein Bestes geben, um dem entsprechen zu können." 

Aber zurück zu Mario Roms Karriere: Während er noch Privatunterricht u.a. bei Ellery Eskelin, Ralph Alessi oder Thomas Gansch nahm, gewann er mehrere erste Preise bei Prima la Musica und bei der Marianne Mendt Jazz-Nachwuchsförderung und wurde in die internationale Band Generations Unit beim Jazztreffen in Frauenfeld/Schweiz geladen, von der es auch eine CD-Aufnahme (2011) gibt. Im gleichen Jahr gründete Rom mit dem Bassisten Lukas Kranzelbinder und dem Schlagzeuger Herbert Pirker das sehr erfolgreiche Trio Interzone, das bisher drei CDs veröffentlicht hat. Interzone bereiste schon vier Kontinente und ist auch für seine skurrilen, an David Lynch erinnernden Videos bekannt.

Vielen Jazzfans ist Mario Rom auch als "Fels in der Brandung" im Septett Shake Stew bekannt. "Die Musik ist total super und wird von großartigen, sehr unterschiedlichen Musikern gespielt. Ich werde bei jedem Konzert von den Kollegen inspiriert und lerne dazu, während ich obendrein noch großen Spaß habe", meint der Trompeter über die international renommierte Band. Darüber hinaus ist Rom gefragter Instrumentalist in diversen Kontexten, z.B. im Wolfgang Muthspiel Chamber Trio, im Dickbauer Collective, bei der Jazzwerkstatt Wien und bei Projekten von Christoph Cech, Mathias Rüegg, Michael Mantler, Dave Liebman, David Murray, Kirk Lightsey und anderen.

Foto: Herbert Höpfl

Mut zum Risiko

Was ihn neben seiner stupenden Technik auszeichnet, ist sein sehnsuchtsvoller, bei Bedarf auch insistierender Trompetenton und die Fähigkeit, mit seinen Soli das Publikum auf eine Reise mitzunehmen. "Es ist auf jeden Fall meine Intention, Geschichten zu erzählen, die direkt im Moment passieren bzw. spontan dem Publikum erzählt werden, wo auch der Erzähler oft nicht weiß, wie sie genau enden werden oder was als Nächstes passieren wird. In der Musik ist es oft eine große Bereicherung, wenn man seine Komfortzone immer wieder mal verlässt und Risiken eingeht."

Seine Professur möchte Mario Rom auch nicht traditionell anlegen. "Unterricht ist für mich ein Austausch zwischen jemandem, der mehr Erfahrung hat und jemandem, der weniger Erfahrung hat. Durch diesen Austausch lernen beide Seiten immer wieder dazu. Es gibt nicht einen Weg, der für alle passt, man kann sich nur auf jede Person individuell einlassen und reagieren."

Der Trompeter wird 2020 und 2021 wieder vermehrt mit Interzone präsent sein. Derzeit kann man das Trio, das an einem neuen Album arbeitet, in Erwin Wagenhofers wunderbarem Film "But Beautiful" sehen. Ab dem Sommer und speziell im Herbst wird es wieder Liveauftritte geben. Rom über die Pläne seines Trios: "Bisher sind Konzerte in Kanada, Finnland, Deutschland und Österreich fixiert. Wir feiern mit dem neuen Album auch unser 10-jähriges Jubiläum, das wir dann im Jänner 2021 haben. Ich freue mich schon sehr darauf."

Die nächsten Jahre werden und bleiben also spannend für diesen Künstler, der sich gerade vom Young Lion zum renommierten Instrumentalisten zu wandeln scheint. "Je besser man das Instrument beherrscht, desto besser kann man musikalische Ideen ausdrücken. Das ist für mich auch die beste Motivation zum Üben. Für einen Trompeter nimmt der instrumententechnische Aspekt die meiste Übezeit ein. Das ist oft mühsam, weil man jeden Tag mehr oder weniger von vorne anfängt. Aber inzwischen finde ich gerade diesen meditativen Aspekt der ständigen Wiederholung besonders reizvoll." Martin Schuster

CD-Tipps:

Interzone "Nothing Is True" (2012, Laub Records)

Interzone "Everything Is Permitted" (2015, Traumton Records)

Interzone "Truth Is Simple To Consume" (2017, Traumton Records)

Shake Stew "Gris Gris" (2019, Traumton Records)

Kontakt

CONCERTO-Magazin,
P.O.Box 144, A-3830 Waidhofen/Thaya, Austria
e-mail: concerto@concerto.at 
Tel. (++43) 2842-54904
Skype: concerto1

CONCERTO - Verein zur Förderung der kulturellen Zusammenarbeit
Vereinsregistrierung: ZVR:823 628 971

Bankadresse: Waldviertler Sparkasse Bank AG, Austria
IBAN: AT 44 20272 00900 000845
Swift/Bic-Code: SPZWAT21XXX
Empfänger: Concerto-Verein

Wo kann man das CONCERTO-Magazin kaufen?

Hier erfahren Sie es!