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Philipp Wisser Den flüchtigen Eindruck wahren

Mit dem Debütalbum "Just a Glimpse" präsentiert Gitarrist Philipp Wisser nicht nur sein erstes Album als musikalische Leitfigur, sondern außerdem die Früchte jahrelanger Zusammenarbeit im eingespielten Quintett, das sich mit dem Debüt den Namen teilt.

Phillip Wisser & Band / FotoCredit: Lena Bills

Mit dem Debütalbum "Just a Glimpse" präsentiert Gitarrist Philipp Wisser nicht nur sein erstes Album als musikalische Leitfigur, sondern außerdem die Früchte jahrelanger Zusammenarbeit im eingespielten Quintett, das sich mit dem Debüt den Namen teilt.

Das mit dem Debütalbum ist so eine Sache für sich. Manch einer veröffentlicht mir nichts dir nichts bereits die ersten Schritte in Richtung eigene musikalische Identität in die Welt und lässt den Reifungsprozess unter den Augen der Öffentlichkeit stattfinden. Andere wiederum wollen von Anfang an ein Zeichen setzen und die Fachgenossen wissen lassen, dass man es ernst meint. Zu letzterer Sorte gehört auch Pat Metheny, dessen Einfluss in der Gitarrenwelt heute kaum noch wegzudenken ist und auch sicher bei Philipp Wisser Spuren hinterlassen hat. Metheny wurde nämlich am Karrierebeginn von seinem damaligen Mentor, dem Vibraphonisten Gary Burton, darauf hingewiesen, dass er ja möglicherweise nur ein Album in seinem gesamten Leben veröffentlichen würde und sich deshalb gut überlegen sollte, wie dieses eine Album denn klingen sollte. Eineinhalb nachdenkliche Jahre später nahm Metheny dann sein Debütalbum, "Bright Size Life" (1976), für das Münchner Prestigelabel ECM auf. Es sollte natürlich nicht sein einziges bleiben, aber der Rest ist ja bekanntlich Geschichte.

Auch der junge deutsche Gitarrist Philipp Wisser scheint sich an diesem Modell ein Beispiel genommen zu haben. Er studierte nicht nur u.a. an derselben Schule wie Metheny (Berklee College Of Music), sondern veröffentlicht sein Debüt als Leader auch auf einem etablierten Label und scheint sich darüber hinaus bezüglich des musikalischen Gehalts der Platte eine genaue Idee gemacht zu haben. So verschmelzen auf "Just A Glimpse" verschiedenste musikalische Wurzeln zu einem stringenten Ganzen zusammen, das sowohl von der famos eingespielten Band als auch von Wissers verspielt abwechslungsreichem Gitarrenstil geprägt ist. Auf dem Album sind die Grenzen zwischen Swing, Blues und Post-Bob fließend, und Wissers begleitende Akkordvariationen machen seinen solistischen Einsätzen durchaus Konkurrenz. Zum Titel der Platte selbst erklärt Wisser, dass manche Erfahrungen und Eindrücke zu wichtig sind, um im Anschluss einfach nur zu vergehen. Diese Momente sollten festgehalten und mit der Welt geteilt werden. Mit seinem Debüt ist es Wisser gelungen, viele solcher Momente aufzuzeichnen, und es ist unser Glück, dass er sie mit uns teilt. Friedrich Kunzmann



CD-Tipp:

Philipp Wisser, "Just A Glimpse", JazzSick Records

Web-Tipp:

www.philippwisser.de 

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