Concerto > Concerto-Ausgaben > Ausgabe 2/2015 > Tamara Lukasheva und Michael Schriefl

Gipfelduo, Herzeroberung - Tamara Lukasheva und Michael Schriefl

Seit einigen Jahren nehmen die "zweisamen" Einspielungen einen wachsenden Anteil des Jazzgeschehens ein, bei ACT-Music wurde mit "The Art of Duo" sogar eine eigene Reihe innerhalb des Labels gestartet, bei dem "Brassist" Matthias Schriefl mit "Six, Alps & Jazz" 2012 sein bislang letztes alpinjazziges Kunst-Statement abgab. Der aus Kempten im Allgäu stammende Schriefl hat mit der seit einigen Jahren in Köln beheimateten, aus Odessa (Ukraine) stammenden Sängerin - und hier auch am Piano zu erlebenden - Tamara Lukasheva eine freigeistige Spielpartnerin gefunden, um sich auf "Matria" gemeinsam auf volksmusikalische Jazzwanderungen zu begeben.

"Von da hohen Ålm" ...

...wird da dialektisch "an- und aufgsungen" und mit dem "DirndlJodler" und "In den Bergen" werden zwei weitere alpenländische "Traditionals" ins "Matria"-Duo-Kostüm gesteckt, was - siehe etwa Hubert von Goiserns Trad"-Aufnahmen - schon einmal sehr gut funktioniert hat. Die drei erwähnten heimischen Lieder und mit "Sirii Gusi" ein von Tamara Lukasheva allein arrangierter, aus der östlichen Volksmusik stammender Song bilden das Zentrum der Aufnahme, um das die beiden ihre eigenen Kompositionen, die diesem weltmusikalischen Geist der eigenen Wurzelsuche nahe stehen, gruppiert haben. Das Konzept lebt nicht nur von den abwechslungsreichen Stimmungen des gewählten Materials und der Intensität des künstlerischen Gesprächs, sondern ganz besonders von der Vielzahl der mit zwei Instrumenten (plus der auf "Amitias" zu hörenden Tabla von Bodek Janke) kombinierbaren Klangmöglichkeiten des Duos. Neben seinen Haupt-"Organen" Trompete und Flügelhorn setzt Schriefl auch Alphorn, Waldhorn, Euphonium und Tuba ein, Tamara Lukasheva stellt den Blastönen nicht nur ihre Stimme sondern auch diverse weitere "Tasten" wie Melodica und Hammond Organ gegenüber. Ihre Vokalisen beeindrucken durch bunt schimmernde und schillernde Farben, da finden sich nur einige wenige an Maria Joao und Christiane Legrand erinnernde (An)klänge, die jedoch in ihrer äußerst eigenständigen Sängerinnen-Persönlichkeit gerade einmal Spurenelemente ausmachen.

... In die weite Welt ...

Das Vergnügen der Spurensuche findet sich bei Lukasheva und Schriefl in ihrer spürbaren Spiel- und Improvisationsfreude wieder, wenn sie die sorgfältig gespannten Klänge mit ihren Melodielinien und Vokalisen durchziehen, ihre kreativen künstlerischen Köpfe weit über den Tellerrand erheben, Allgäu und Ukraine, fein aromatisch abgestimmt, zu einer "Nouvelle Cuisine" a la Matria verfeinern. Die Premiere verspricht einige Hauben, Sterne oder sonstige kritische Belobigungen, die Feinheiten müssen/dürfen aber erst von den aufmerksamen Gästen erhört werden. Thomas Hein

Aktuelle CD: Matthias Schriefl & Tamara Lukasheva "Matria", Unit Records

WEB-TIPP: www.tamaralukasheva.com/#/matria

 

 

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