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BartolomeyBittmann: Der Reiz der Unberechenbarkeit

Schon längst hat sich das Duo Matthias Bartolomey und Klemens Bittmann auch international auf einem Level positioniert, das umrankt ist vom Außergewöhnlichen, Besonderen und Innovativen. Auf ihrem 3. Album, "Dynamo", erweitern die beiden Koryphäen sogar abermals ihren musikalischen Kosmos.

BartolomeyBittmann live im Igel, Waidhofen an der Thaya, Foto: Herbert Höpfl

Dass Bartolomey (Cello) und Bittmann (Violine und Mandola) bahnbrechend Spektakuläres schaffen, registriert natürlich ihr Publikum, das sich aus Sympathisanten der Klassik, Avantgarde oder des Jazz zusammensetzt. Man begreift beim Genießen der 11 Nummern auf "Dynamo", dass musikalische Vorurteile, Abgrenzungen und traditionelle Verankerungen mit geradezu leichter Hand wegmusiziert werden. Man verfällt in eine aufregend abenteuerliche Faszination. Es handelt sich ganz sicher nicht um erbettelte Gefälligkeitswortspenden, wenn Nikolaus Harnoncourt (1929 bis 2016) ausrief: "Einfach unglaublich gut gespielt, das geht nicht besser!" Oder der Jazzgitarrist Wolfgang Muthspiel attestiert: "Selten hat man Streicher gehört, die sich so lustvoll dem Groove hingeben. BartolomeyBittmann stehen für unbändige Spiellust und radikalen Rhythmus."

Der Durchbruch mit dem Meridian

Selbstverständlich nahm man schon bei den CDs "Meridian" (2013) und Neubau (2015) kritiklos zur Kenntnis, dass das Duo ideenreiche, eigenständige und mit Magie oder Lyrik durchsetzte Musik produziert. Lapidar beurteilt, gibt es nichts Vergleichbares am Markt. Das Duo bedient sich wohldosiert und bei passender Gelegenheit an der Eleganz der Kammermusik, der ungestümen Energie des Rock und der Improvisationsfreiheit des Jazz. Immer wieder streift man auch am Folk, was wohl Klemens Bittmann anzurechnen ist. Die fruchtbar spannende Symbiose von BartolomeyBittmann erwächst auch aus dem doch differenzierten Background der Künstler. Matthias Bartolomey 1985 in Wien geboren, besitzt einen sehr berühmten Vater: Franz Bartolomey ist Solo-Cellist der Wiener Philharmoniker. Für Matthias war diese Tatsache nie ein Klotz am Bein. Er studierte u.a. am Salzburger Mozarteum, zuerst Geige, erst später Cello und begeistert sich an der Musik der Romantik bis zur Avantgarde. Schon 2006 fiel er mit einem Trio, der Cello Band, auf. Aktuell ist natürlich sein Hauptprojekt das Duo mit Bittmann. Bartolomey wirkt aber parallel bei Concentus Musicus Wien (Alte Musik), einem Duo mit dem Pianisten Clemens Zeilinger und dem Quartett Strings & Bass mit. Den Bass spielt übrigens auch kein Unbekannter: Georg Breinschmid.

Inspiratoren: Lockwood und Ulrich von Liechtenstein

Klemens Bittmann, geboren 1977 in Graz, tendiert(e) mehr zum Folk. Er ist Mitbegründer von erfolgreichen Formationen wie Beefolk, folksmilch oder dem Radio String 4, studierte u.a. beim großartigen Didier Lockwood (1956 bis 2018) die Violine, dem übrigens der Song "Viadukt" gewidmet ist, und fungiert selbst als Lehrbeauftragter an der Grazer Kunstuni. Auf "Dynamo" findet man noch einen Wink mit dem musikalischen Zaunpfahl bezüglich der Finalnummer "Menuett". Bittmann liebt u.a. die mittelhochdeutschen Texte des quer denkenden Romantikers Ulrich von Liechtenstein, der ca. 1200 in Judenburg geboren wurde und 1275 verstarb. BartolomeyBittmann vergrämen sicher niemanden, der bezüglich Musikgeschmack überzeugter Purist ist. Im Gegenteil, es gibt keinen Grund misstrauisch zu sein. Alles gut. Das Duo beherrscht souverän die Balance zwischen emotioneller Präzision und impulsiver Intensität. Ernst Weiss

CD-TIPP: BartolomeyBittmann, "Dynamo", Act Music, Vertrieb: Edel

WEB-TIPP: www.bartolomeybittmann.at

LIVE-TIPPS:
10.04.: Wels, Landesmusikschule;
22.05.: Weiz, Taborkirche;
07.06.: Bad Ischl, Pfarrkirche;
08.06.: Mistelbach, Schloss Loosdorf;
18.06.: Salzburg, Mozarteum;
21.06.: Syrnau, KulturImpulsZwettl

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