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VORWORT – Wir informieren und wir kämpfen weiter

In Zeiten wie diesen ein Vorwort zu Papier, bzw. genauer gesagt zu Textprogramm zu bringen, scheint einfach. Ist es aber nicht. Denn eine Situation wie diese haben die wenigsten von uns schon erlebt. Eigentlich niemand. Aber soll jetzt der zigtausendste Aufruf erfolgen: bleibt Zuhause, gefährdet keine Anderen, wir stehen das durch? Wie ein Freund von mir bemerkte: "Wer bisher ohne Hirn überlebt hat, wird sich auch an derartige Anweisungen nicht halten". Soll man sich in Verschwörungstheorien ergehen, oder in Endzeitstimmung des Mottos: "Die Welt nach Corona wird nie wieder dieselbe sein?" Möglich, aber nach der Spanischen Grippe hat sich die Welt auch kaum verändert. Zumindest nicht zum Besseren.

Auch wir von CONCERTO sind massiv betroffen.

Ausgerechnet im 30. Jahr unseres Bestehens wird die finanzielle Lage - welche für ein Nischenmagazin, das sich der Vielfalt und nicht der Massenkompatibilität verpflichtet fühlt immer schwierig war und persönlicher Beiträge bedurfte - sehr bedrohlich. Ohne Inserate ist ein derartiges Medium nicht aufrecht zu erhalten. Und natürlich langen derzeit Absagen über Absagen ein. Verständlich. Wer kein Konzert spielen/veranstalten darf, schaltet auch keine Anzeige dafür. Wessen Geschäft geschlossen ist, dem fehlen nicht nur die KundInnen sondern auch die Liquidität für Inserate. Das ist in Ordnung, denn das Schicksal der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie der Klein- und Mittelbetriebe, die das Rückgrat der heimischen Beschäftigung bilden, muss in diesen Tagen, Wochen und Monaten absoluten Vorrang haben.

Veranstaltungsabsagen

Wir arbeiten jedenfalls unverdrossen weiter, müssen uns aber auch auf Kurzarbeit und darauf einstellen, dass persönliche Interviews durch Telefon- oder email-Kontakte ersetzt werden, dass Tonträgerveröffentlichungen verschoben werden, dass Konzerte und Festivals abgesagt werden, dass wir finanziell in die eigene Tasche greifen müssen. Daher ist auch der Ankündigungsteil unserer vorliegenden Ausgabe wesentlich geringer als gewohnt, viele Festivals sind bereits abgesagt andere hängen in der Luft.

Für alle Festivalveranstalter steht die Gesundheit an erster Stelle, wenngleich natürlich jeder Veranstalter gerne sein Festival durchführen möchte. Es wird daher intensiv von seitens der Organisatoren an einer Lösung gearbeitet. Schaut also bitte regelmäßig auf die Homepages der VeranstalterInnen und MusikerInnen und informiert euch dort.

Unterstützt bitte die Szene

Sofern es euch möglich ist, noch ein weiterer Aufruf: kauft auf diesen Websites von den KünstlerInnen Tonträger, Merchandise usw. und helft mit, dass ihnen dadurch zumindest ein klein wenig finanziell unter die Arme gegriffen wird. Gebt den kleinen Veranstaltern und Musikinitiativen die Chance, zu überleben, indem ihr bereits gekaufte Karten in Gutscheine umtauscht oder wartet, bis Ersatztermine gefunden sind, für welche diese Karten die Gültigkeit behalten. Alle arbeiten hart daran! Besucht Internet-, INSTA- und oder FB-Konzerte, bei denen es die Möglichkeit gibt, zB über PayPal zu spenden. Sonst wird möglicherweise zumindest die Kulturszene nach Corona nicht mehr dieselbe, nämlich ausgedünnt und leer, sein.

Rock und Politik

Zum Abschluss ein Thema, welches wir ohne Corona eigentlich im Vorwort ins Zentrum stellen wollten: Rock und Politik. Der weltweit zu verzeichnende Vormarsch der extremen Rechten und die vielfache Hilflosigkeit der Linken, erfolgreich dagegen vorzugehen - ein Phänomen, das sich in der Post-Corona-Ära noch verstärken könnte -, hat etliche MusikerInnen dazu bewogen, wieder verstärkt politische Themen aufzugreifen. CONCERTO wird an dieser Thematik dranbleiben und beginnt in dieser Ausgabe mit diesbezüglichen Interviews mit John Watts, Chris #2 von Anti-Flag und Nathan Gray. Wird uns nicht nur Freunde bringen. Aber auch nach 30 Jahren bleiben wir unserer Linie treu.

Dietmar Hoscher & Herbert Höpfl

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