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blues talk FOLGE 101: Frauen Blues Power Vol. X

Die zweiten hundert Folgen des BluesTalk starten mit geballter weiblicher Kraft. 

Der diesjährige Vienna Blues Spring stand unter anderem auch im Zeichen junger Bluesfrauen. Die aus Monaghan stammende Irin Gráinne Louica Duffy kann dabei, trotz ihrer Jugend, schon auf eine gediegene Karriere zurück blicken. Mit 16 Jahren griff sie erstmals zur Gitarre und spielte mit ihren Schwestern in verschiedenen Coverbands. Zunächst beeindruckt von Gruppen wie Led Zeppelin, kamen bald Bluesheroen von B.B. King bis zu Muddy Waters oder Etta James in den Weg, wobei sie als größten Einfluss allerdings nach wie vor Peter Green bezeichnet. 2008 wurde sie zum prestigeträchtigen Glastonbury Festival eingeladen, wo sie an drei Tagen die akustische Bühne bespielte, gleichwohl elektrisch. Der Erfolg war derart groß, dass zwei weitere Engagements zu diesem Event folgten. Duffy agierte als Opener für Paul Brady ebenso wie für Robben Ford oder kürzlich für Jools Holland. Ihr Stil, sowohl als Sängerin wie auch als Gitarristin, legt Vergleiche mit Bonnie Raitt nahe, welche sie selbst auch als Einfluss sieht.


Etwas länger als Grainne Duffy ist Trudy Lynn im Geschäft. Geboren 1947 in Houston, Texas, als Lee Audrey Nelms, verschrieb sich die Sängerin bald dem Blues, Soul und R&B. Mitte der Sechziger begann sie professionell aufzutreten, das hartnäckige Gerücht, sie hätte auch mit und für Albert Collins gesungen, mit dem sie befreundet war, dementiert sie aber. Statt dessen war Lynn eine Zeit lang für Big Bands tätig, welche die US-Militärbasen bereisten. Darüber hinaus sang sie einige Jahre in der Band von Gitarrist Clarence Green. Die erste eigene Plattenaufnahme folgte schließlich 1989 für Ichiban Records, vier weitere für dieses legendäre Label folgten, erste Hits waren ihre Cover-Version von „Ball ´n´ Chain“ sowie „Come To Mama“. 2006 spielte Lynn mit dem Calvin Owens Blues Orchestra das Album „I’m Still Here“ ein, mit welchem sie im darauf folgenden Jahr für einen Blues Music Award nominiert wurde. Die Songs für ihr jüngstes Album, „Royal Oaks Blues Cafe“, eingespielt unter anderem mit Steve Krase, suchte Trudy Lynn im Unterschied zu früheren Produktionen selbst aus und steuerte auch zwei Lieder aus eigener Feder bei. Dieses Konzept will die Künstlerin künftig beibehalten.


Dass der Blues auch Down Under seine Heimat hat, ist längst bekannt und Kara Grainger eines der besten Beispiele dafür. Die Sängerin und Gitarristin, die heute in L.A. lebt, erregte bereits mit ihrer Debüt-CD „Grand And Green River“, auf welcher Größen wie Eric Johnson, Reggie McBride oder Richie Hayward von Little Feat Gastauftritte gaben, einiges Aufsehen. Die Platte hielt sich nicht weniger als 34 Wochen in den Top 30 der US Americana Charts. Nachdem Australier ohnehin „gerne reisen“, wie Grainger zu Protokoll gibt, ist die junge Künstlerin unermüdlich on tour, von Japan und Indonesien über die Staaten bis nach Europa, wo sie unter anderem vergangenen November beim Lucerne Blues Festival gastierte. Dabei überzeugt Grainger nicht nur gesanglich und durch ihr Songwriting, sondern liefert zudem eine kompetente (Slide)Gitarre ab. Die Einflüsse ihrer Musik finden sich bei Ry Cooder ebenso wie bei John Lee Hooker oder Bonnie Raitt. Wie Gráinne Duffy und Trudy Lynn nennt auch sie Etta James als eines ihrer Vorbilder.

 


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