Mister PC: Ein Gast aus Alabama

Dem Schweizer Bassisten Mister PC, aka Pierangelo Crescenzio, gelang Sensationelles, indem er auf seiner neuen CD sein Quintett mit einer absoluten Legende des Funk, dem Posaunisten Fred Wesley, aufstockte.

Mr. PC / Foto: Matthias Bourban

Ein Fred Wesley, das muss man sagen, spielt sicher nicht irgendwo mit, sondern achtet auf die Qualität der Mitmusiker, wie er es beinahe 60 Jahre zu tun pflegt. Dass die Kooperation mit Pierangelo klappte, erschließt sich aus gemeinsamen Shows 2013 und 2015. Fred Wesley, der mit dem Saxophonisten Maceo Parker als Erfinder des Funk gilt, erkannte sehr wohl, wieviel Empathie, Groove und Feeling für schwarze Musik im Bassspiel des ursprünglichen Italieners zu hören und zu spüren ist. Crescenzio, 1960 geboren, studierte sein Instrument in Los Angeles und jammte dort natürlich mit Berühmtheiten wie Scott Henderson, die natürlich den Schweizer in der Szene weiter empfahlen. Pierangelo findet sich, wie es von einem professionellen Top-Musiker zu erwarten ist, in Genres wie Jazz, Blues, Soul oder Funk gleichermaßen zurecht und strahlt aus, wie wohl er sich in all diesen Stilen fühlt. So wundert es einen nicht, dass er mit Kollegen wie Larry Garner, Erik Truffaz, Gilberto Gil, Mike Stern, Daniel Humair oder Mike Mainieri musizierte; Crescenzios Visitenkarte ist also reich garniert.

Kontrollierter Groove

Alle 9 Titel auf "Mister PC" wurden vom Leader komponiert und sind auf einem Niveau, das viele Geschmäcker befriedigen soll. Ob man Jazz, Soul oder Funk präferiert, man kommt auf seine Rechnung. Dabei spielt Crescenzio keinen brutal schnalzenden Funk-Bass, sondern bleibt immer in einem Rahmen mit angenehm kontrolliertem Groove. Keine Hektik, keine erbarmungslose Soul/Funk-Maschinerie, eher sorgfältig geölter Jazz, durchzogen mit Funk. Neben Wesley, der der u.a. mit Maceo Parker (as) und Pee Wee und Pee Wee Ellis (ts) viele Jahre in der James Brown-Band agierte und jährlich ca. 300 Gigs mit dem Godfather absolvierte, lernen wir auf dem Album 4 weitere Schweizer Musiker kennen, deren Herkunft man eher in den US-Südstaaten ortet. Rene Mosele bläst wie Fred Wesley die Posaune, Jeff Baud (tr), Olivier Magarotto (Hammond, Rhodes) und Marcol Savoy (dr) funken einfach unwiderstehlich und furios. Dass sich die einzelnen Musiker bei Soli oft in eine hitzige Ekstase hinein spielen, macht den Tonträger noch schwärzer, frenetischer und fesselnder. Ernst Weiss

CD-TIPP:
Pierangelo Crescenzio, "Mister PC", Unit Records, Vertrieb: Harmonia Mundi

WEB-TIPP:
www.pierangelocrescenzio.com

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