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Black Market Tune: Herumtreiber und Vagabunden

Black Market Tune überzeugen auf ihrem neuen Album mit einem experimentierfreudigen neuen Entwurf traditioneller Volksmusiken und ergänzen mit selbst komponiertem Material.

Black Market Tune / FotoCredit: Michael Reiter

Gegründet wurde die Formation vom aus dem Waldviertel stammenden Paul Dangl, einem der führenden österreichischen Violinisten und obendrein seit etlichen Jahren einer der treibenden Motoren der heimischen Folk-und World Music-Szene. Zwar beschäftigt er sich, so wie auch in diesem Projekt, intensiv mit westeuropäischen Traditionen, fühlt sich jedoch ebenso zu osteuropäischen und orientalischen Klängen hingezogen - und zum Jazz. Eingespielt wurde das Album mit zwei gleichrangigen schottischen Akkordeonisten, die sozusagen den Scotish Backbone liefern: John Somerville und Colin Nicholson. Sie wohnen in Newcastle beziehungsweise in Glasgow. Zu Auftritten wird eingeflogen, wer gerade Zeit hat. Nicht nur Herumtreiber, Landstreicher und Reisende sind es, die auf dem neuen Black Market Tune-Album "Drifters & Vagabonds" zu Wort kommen, auch die Suche nach dem Glück und das Abschied nehmen werden thematisiert. "Lundholm" ist ein Sterbelied für einen gleichnamigen Branntweinbrenner, geschrieben vom wohl berühmtesten Dichter Schwedens, Carl Michael Bellmann, der von 1740-1795 gelebt hat. Übersetzt wurde es von H.C. Artmann, anrührend gesungen von Johanna Kugler, die neben ihrer Stimme insbesondere ihre Geige und die Bratsche, wie auch von zahlreichen anderen Projekten gewohnt, souverän und inspiriert zum Einsatz bringt. Christian Troger spielt Gitarre und Mandoline. Als spezielle Effekte sind Akustik-Beats hinzugekommen, die nachträglich in Glasgow aufgenommen wurden. Zu hören sind sensibel ineinander verwobene musikalische Stilistiken aus verschiedenen Richtungen. Jodler, Schleuniger und Jig in einem Stück ("Set For Hope")zu verbinden, gelingt auf derart souveräne Weise wohl nur wenigen. Dennoch liegt, das ist kein Widerspruch, in der Musik von Black Market Tune ein hohes Maß an Authentizität. Alle Kompositionen besitzen Substanz, klingen dynamisch. Zweifellos bedeutet "Drifters & Vagabonds" den bisherigen künstlerischen Höhepunkt in der Zusammenarbeit der Musiker. Ein feinsinniges wie kraftvolles Werk. Werner Leiss

CD- TIPP

Black Market Tune: "Drifters & Vagabonds", Galileo Music

WEB- TIPP:

www.blackmarkettune.com

LIVE-TIPPS

02.09.17: Lockenhaus, Trad. Music Workshop Concert
19.10. 17: Germering (bei München), Jazz Around The World Festival

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