Concerto > Concerto-Ausgaben > Ausgabe 3/2017 > Blues Talk Folge 113

blues talk FOLGE 113 :Grenzgänger des Blues

Vielseitige Musiker, welche neben dem Zwölftakter auch Verwandtes im Blut haben

Miles Davis und John Coltrane spielten auch Blues“ – John McLaughlin/ Foto: Hoscher

Geboren 1942 im englischen Kirk Sandall, Yorkshire, hat "Mahavishnu" John McLaughlin spätestens in den frühen Siebzigerjahren, beginnend mit dem von ihm gegründeten Mahavishnu Orchestra, dem unter anderem auch Billy Cobham oder Jan Hammer angehörten, seine unauslöschlichen Spuren im Jazz hinterlassen. Doch zunächst gehörte seine große Liebe dem Blues. Im Alter von elf Jahren beendete McLaughlin seine klassischen Klavierambitionen, um sich der Gitarre und dem Mississippi Blues, den er als musikalischen "Urschrei der Menschheit" bezeichnet, zu widmen. Bald fand er sich, typisch für jene Zeit in Großbritannien, aber im Bluesrock. Mit Ginger Baker und Jack Bruce spielte der Weggefährte von Brian Auger und Georgie Fame in der heute legendären Graham Bond Organization, später bei Herbie Goins Nighttimers. Auf Rat von Miles-Davis-Bassist Dave Holland übersiedelte McLaughlin in die USA und wirkte unter anderem auf dem bahnbrechenden Davis-Album "Bitches Brew" mit. All diese Erfahrungen ließ er in die Jazz-Rock-Fusion des Mahavishnu Orchestra einfließen. Seine akustische Ader lebte er wiederum unter anderem mit der Band Shakti aus, in den Achtzigern folgte die berühmte Live-Platte "Friday Night In San Francisco" mit Al Di Meola und Paco de Lucia. Seit über einem Jahrzehnt ist der Ausnahmegitarrist auch mit Fourth Dimension unterwegs, so im vergangenen Jahr beim Jazz Fest Wien.

„Der Blues muss menschlich sein“ – Derek Trucks / Foto: Richter

An Lebensjahren um einiges jünger als John McLaughlin ist Derek Trucks. Was die Bandbreite seiner Stile angeht, steht der 37jährige Amerikaner dem Engländer allerdings um nichts nach. Folk, Blues, Jazz, Southern Rock, World Music und Funk sind nur einige der Ingredienzien, welche der Gitarrist mit seiner Gattin, Susan Tedeschi, in der Tedeschi Trucks Band vereint. Im zarten Alter von neun Jahren griff Trucks zum ersten Mal in die Saiten, zwei Jahre später stand er bereits auf der Bühne. 1999 ereilte ihn der Ruf der legendenumrankten Allman Brothers, bei welchen bereits sein im Jänner dieses Jahres verstorbener Onkel, Claude Hudson "Butch" Trucks, Gründungsmitglied war. Daneben fungierte er als Teil der Band von Eric Clapton und gewann mit seiner eigenen Derek Trucks Band unter anderem 2011 einen Blues Music Award in der Kategorie "Band of the Year". Obgleich der Gitarrist aus dem Blues kommt, hat es ihm etwa auch die klassische indische Musik angetan, was in seinen Songs und auch live immer wieder durchschimmert. Seit 2001 mit Susan Tedeschi verheiratet, beschlossen die beiden 2010, auch gemeinsame musikalische Wege zu gehen. Rasch entwickelte sich die Tedeschi Trucks Band zu einem - vor allem in den Staaten - äußerst erfolgreichen Unterfangen. Sowohl in Clubs als insbesondere auch auf großen Festivals vermag die spielfreudige, oft improvisierende 12-köpfige Truppe zu reüssieren.

„Alles kommt aus den Wurzeln des Blues“ – BRUCE KATZ / Foto: Hoscher

Langjährige Allman-Brothers-Erfahrung weist auch Bruce Katz auf. Er startete mit klassischem Piano, um seine professionelle Karriere zunächst mit Klavier und Bass in Bands der Gegend um Baltimore zu bestreiten. Der Bass musste schließlich praktisch gänzlich den Tasten weichen, vor allem, da Katz zunehmend auch an der Hammond B3 zu vernehmen war, was ihn auch ausgiebig in Jazzgefilde führte, vor allem als Student des Berklee College of Music in Boston - an welches er später als Professor zurück kehrte. Zum Blues und zum Bass kam er schließlich wieder durch niemand Geringeren als Big Mama Thornton. Früh tourte Bruce Katz auch ihn Europa, unter anderem mit Barrance Whitfield oder Ronnie Earl. Zu jener Zeit hatte der Musiker "nebenbei" aber bereits seine eigene Band am Laufen. Dies hielt ihn allerdings nicht davon ab, als gesuchter Sideman tätig zu sein, unter anderem für Kaliber wie Delbert McClinton, Duke Robillard, Joe Louis Walker, Butch Trucks oder nahezu sieben Jahre lang bei Gregg Allman & Friends. Ganz hat sich Bruce Katz zudem nicht von seiner Lehrtätigkeit gelöst. Neben Instructional DVDs gibt er Privatunterricht in seinem Studio in den Catskill Mountains sowie über Skype.

CD-TIPPS:

  1. John McLaughlin „Black Light“, Abstract Logix

  2. Tedeschi Trucks Band „Let Me Get By“, Swamp Family/Universal

  3. The Bruce Katz Band „Out From The Center“, American Show Place Music

WEB-TIPPS:

 

  1. www.johnmclaughlin.com

  2. www.tedeschitrucksband.com

  3. www.brucekatzband.com


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