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Volker Engelberth: Musikalische Kommunikation mit Farbvalenzen

Jeder Kunstmaler weiß von den 3 Grundfarben rot-gelb-blau, aus denen alle nur möglichen anderen Farben gemischt werden können. Der Pianist Volker Engelberth benützt dieses System, um seine Kompositionen diversen Farben zuzuordnen.

Volker Engelberth / FotoCredit: Sven Goetz

Zuordnen ist eventuell ein zu banaler Begriff, da Engelberth unter der Wirkung diverser Farben in seinem Quintett interagiert und diesen Einfluss im Jazz reflektiert. Der in Mannheim wohnhafte und 1982 geborene Pianist zählt zu jenem halben Dutzend an jungen, deutschen Pianisten, die als eigenständig gelten. Eigenständig heißt, dass man konsequent seine Vorstellungen realisiert und sich nicht dezidiert auf große Vorbilder beruft oder Kollegen älterer Generationen in seine Bands integriert, um Stütze und Routine zu finden.

Europäischer Jazz

Mit seinem Trio erschienen 2012 „Perpetuum“ und „Kaleidoskop“ (2015). Ohne einengend sein zu wollen, ließ Engelberth mit Arne Huber (b) und Silvio Morger (dr) das Genre eines „europäischen Jazz“ hören, das kühler scheint und wenig von der Autorität des amerikanischen Blues oder Soul einfließen lässt. Dafür greift er deutlich auf die Klassik zurück und flirtet mit folkloristischen Elementen. Man merkt bei Volker, dass er in Köln Schüler des Pianisten John Taylor war (2015 verst.). Auf „Jigsaw Puzzles“ (2016) präsentierte Engelberth erstmals auf Tonträger ein Quintett. Erweitert durch den Trompeter (& Flügelhornisten) Bastian Stein und den Tenorsaxophonisten Alexander „Sandi“ Kuhn, reißt die Band mehr Räume auf, um die musikalischen Inklinationen des Bandleaders zu verifizieren.

Der „Wiener“ Bastian Stein

Im österreichischen Magazin CONCERTO darf erwähnt werden, dass der erstrangige Trompeter Stein lange in Wien lebte und von der dortigen Jazz-Community ob seines Könnens freudig adoptiert worden war. MusikerInnen wie z.B. Joris Dudli, Robert Bachner oder Gina Schwarz schätzen das Talent Bastians über alles. Auf „Prismatic Colours“ fächert Volker ein kunterbuntes Programm auf. Von „Red-Orange“ mit romantischen Sequenzen, dem jazzig-bluesigen „Orange“, der sensitiven Ballade „Yellow“ mit einem brillanten Solo von Kuhn bis zum zügig pulsierenden Modern Jazz von „Purple“ oder „Orange-Yellow“; alles da auf der Farbenskala. Ernst Weiss

CD-TIPP: Volker Engelberth, „Prismatic Colours“, Unit Records, Vertrieb: Harmonia Mundi

WEB-TIPP: www.volkerengelberth.com

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