Concerto > Concerto-Ausgaben > Ausgabe 3/2019 > Nordic Notes

Neue nordische Klänge

Das Label Nordic Notes wurde 2005 gegründet. Es hat sich zur Aufgabe gemacht, interessante Musik aus Nordeuropa zu veröffentlichen.

Lata Donga / credit: Sandra Jascherica

Die ersten Erfolge feierte Nordic Notes mit Spacerock / Psychedelic / Progressive Rock von Hidria Spacefolk, Kataya oder Jeavestone. Man mochte es auch gerne abgefahren, wie bei lamaailman Vasarat oder La Sega del Canto nachzuhören ist. Der vorläufige Höhepunkt wurde 2010 erreicht, als Eläkeläiset zum Nordic Notes Label stieß und man mit der ersten Veröffentlichung für das Label beim Grand Prix in Finnland teilnahm. Zwar wurde damit nicht gewonnen, dafür ging aber bald auch der komplette Backkatalog der Finnen zu Nordic Notes über. Der Schwerpunkt hat sich in der Zwischenzeit etwas verschoben. Progressiven Rock findet man fast nicht mehr, dafür gibt es jede Menge Folk, Jazz und weiterhin Skurriles aus dem hohen Norden. Seit 2010 existiert darüber hinaus CPL Music, ein Label für Weltmusik und mehr. Hier sind einige Neuerscheinungen:

Den traditionellen Joik der Samen pflegen dankenswerterweise nach wie vor etliche Ensembles. So auch Áššu um die bekannte finnische Folk-Musikerin Ulla Pirttijärvi, die den gutturalen samischen Gesang mit Herz und Seele ins Hier und Heute bringt. Pirttijärvi, die übrigens gemeinsam mit ihrer Tochter Hildá Länsman das Folk-Duo Solju bildet, joikt über das, was ihr besonders nahe ist. Unterstützt wird sie dabei von Olaf Torget an den Streichinstrumenten und von Harald Skullerud, der für die Percussion verantwortlich ist. Übersetzt bedeutet Áššu übrigens Glut.

Áššu lassen sich jedoch auch von westafrikanischen Klängen und Traditionen inspirieren. Ein Trio, das leise und zart, genauso aber lebhaft-groovig klingen kann.

Archaische Klänge

Heidnisches aus den Tiefen der finnischen Wälder ist vom Trio Pauanne zu vernehmen. Sie bearbeiten die lange verschüttete, nicht-christliche Tradition in der finnischen Folkmusik. Man hat in Helsinki in den Musikarchiven gestöbert und ist dort auf Material aus dem frühen 20. Jahrhundert gestoßen. Aus Sicht der Amtskirche ist diese Volksmusiktradition durchaus sündhaft, findet sich doch auch aufmüpfiges Liedgut, das sich über die langweilige Sonntagspredigt des Pastors lustig macht. Das selbst betitelte Debütalbum von Pauanne beherbergt eine Reihe von respektlosen, rauen Weisen. Für Komposition und Arrangements sind die Violinistin und Keyboarderin Kukka Lehto sowie der Keyboarder Tero Pennanen zuständig. Vereinzelte progressive Rockeinlagen dürfen auch sein. Die Drums und perkussiven Elemente vom Janne Haavisto bilden den rhythmischen Rahmen. 

Assu

Legenden

1964 hatte der zehnjährige Sakari Kukko seinen ersten Auftritt im finnischen TV-Kinderprogramm. 55 Jahre später ist der Multiinstrumentalist und Kopf der Folk- und Weltmusikgruppe Piirpauke noch immer kreativ. Piirpauke wissen ihre Fans nach wie vor zu überraschen. Nach über 20 Studio- und mehreren Live-Alben kehren Piierpauke mit dem Album "Hali" nun zu ihren Wurzeln zurück. Die meisten Songs werden auf Finnisch gesungen und bewegen sich in der reichen finnischen und karelischen Folktradition. Aber die Musiker blicken weiterhin über den eigenen Tellerrand hinaus. Senegalesische Anklänge sind im beschwingten Opener "Kanteletara" zu erkennen.

Sami-Traditionen

Vilda warten mit einer originellen Mischung aus mystischen Joiks, groovenden Rhythmen und wilden Improvisationen auf. Und freilich einer Menge Frauenpower. Das neue finnische Folk-Duo besteht aus der aufstrebenden jungen Sami-Sängerin Hildá Länsmann und der finnischen Nachwuchs-Akkordeonistin Viivi Maria Saarenkylä. Die beiden Musikerinnen lassen sich auf ihrem Debütalbum "Vildaluodda - Wildprint" von der engen Verbindung des Sami-Volkes zur arktischen Natur inspirieren, aber auch von der Tradition der nordischen Folkmusik und von modernen popmusikalischen Einflüssen.

Kreatives aus dem Baltikum

In Lettland ist seit dem Erreichen der Unabhängigkeit eine sehr lebhafte, kreative und experimentierfreudige Folkmusik-Szene entstanden. Eine junge Generation entdeckte ihre traditionellen Lieder und Instrumente wieder. Viele Melodien wurden seit Jahrhunderten mündlich überliefert. Herz und Seele der Formation Lata Donga ist eine Familie, die bereits seit drei Generationen die Tradition der lettischen Volksmusik hochhält. Im Fokus stehen die Stimmen der Sänger verschiedener Generationen. Sie setzen in ihren Folksongs auf verschiedene Gesangs- und Ausdrucksvariationen und erkunden tradierte Volksmusik aus verschiedenen Teilen Lettlands. Werner Leiss

CD-TIPPS

Áššu "Áššu", Nordic Notes

Pauanne "Pauanne", Nordic Notes

Piirpauke "Hali", Nordic Notes

Vilda "Vildaluodda - Wildprint", Nordic Notes

Lata Donga "Variacijas", CPL







WEB-TIPPS

www.nordic-notes.de

www.cpl.music.de

Kontakt

CONCERTO-Magazin,
P.O.Box 144, A-3830 Waidhofen/Thaya, Austria
e-mail: concerto@concerto.at 
Tel. (++43) 2842-54904
Fax (++43) 2742 222 333 93 92 

Bankadresse: Waldviertler Sparkasse Bank AG, Austria
IBAN: AT 44 20272 00900 000845
Swift/Bic-Code: SPZWAT21XXX
Empfänger: Concerto-Verein

Wo kann man das CONCERTO-Magazin kaufen?

Hier erfahren Sie es!