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“Aus dem selben Herzschlag heraus“ - Viola Hammers Heartbeat Project

Unkonventionelles ist von der Pianistin und Komponistin Viola Hammer derzeit zu hören: Mit einem großen Ensemble versucht sie den Brückenschlag zwischen Jazz, Klassik und elektronischen Beats.

Viola Hammer / Foto: Gernot Eder

Bad Radkersburg in der Südoststeiermark scheint ein guter Nährboden für Tastenvirtuosen zu sein. Nicht nur Raphael Wressnig startete seine mittlerweile internationale Hammond-Karriere in der 3000-Seelen-Gemeinde; nun legt die 29-jährige Viola Hammer mit ihrem groß angelegten Heartbeat Project nach dem Debüt-Album „Close Up“ die zweite hochkarätige Talentprobe ab.

Schon der Erstling, im klassischen Pianotrio-Format eingespielt, zeigte Viola Hammers feines Gespür für Kontrast und Balance. Die in Graz und Klagenfurt ausgebildete Pianistin hat ihr Masterstudium für Jazzkomposition und Arrangement bei Ed Partyka belegt, wo ihre zeitweilige Vorliebe für größere Besetzungen auf fruchtbaren Boden fiel.

Zuerst einmal fällt beim Heartbeat Project die Bläserbesetzung auf: Flöte, Oboe, Horn, Klarinette, Bassklarinette, Flügelhorn, Bassposaune. Viola Hammer: „Die Instrumentierung ergab sich aus der Idee heraus, einen weichen Sound zu kreieren, um lyrische Melodien und prägnante Ostinati gut zum Ausdruck zu bringen. Gleichzeitig laufen diese über die Grooves der Rhythmusgruppe, wodurch eine Mischung aus weiten Melodiebögen und viel Rhythmus entsteht.“ Die Mitwirkenden kommen nicht nur aus dem Jazzbereich, sondern auch aus Klassik und Pop - unter ihnen der in Graz allgegenwärtige Holzbläser Patrick Dunst und das feine Rhythmusgespann Michael Ringer (Bass) und Thomas Stabler (Schlagzeug).

„Die Grundidee bestand darin, die Musik mit ihren Wurzeln im modernen Jazz in den Himmel der Popmusik wachsen zu lassen und mit dem Instrumentarium der Klassik einen Hauch von Filmmusik-Charakter zu kreieren.“ Feine elektronische Sounds, mit denen Harald Kainer die analog aufgenommenen Stücke veredelt, deuten auf subtile Weise an, was ab der zweiten Hälfte der CD passiert - denn da überrascht Viola Hammer mit halb-elektronischem Klangbild. „Thomas Petritsch alias EFFI hatte die Aufgabe, von jeder Komposition noch einen Remix zu machen. Ich habe über die Spuren der Remixes neue Instrumentalstimmen komponiert, um diese auch live aufführen zu können. Somit sind fünf neue Stücke hinzugekommen, deren elektronischer Teil etwas beatlastiger ist.“

Die Uraufführung des ambitionierten Projekts fand im Zehnerhaus in Bad Radkersburg statt, außerdem war es schon bei der Jazzwerkstatt Graz zu hören - und zu sehen: „Es gibt Live-Projektionen/Visuals, die von Monika Frick vor Ort ,gemalt’ werden. Sie hat sich von Beginn der CD-Produktion an ausgiebig mit der Musik beschäftigt und auch das CD-Cover gestaltet.“

Und warum heißt das Ganze Heartbeat Project? „Weil all diese Musik aus dem selben Herzschlag heraus entsteht. Mir geht es weniger darum, die stilistischen Differenzen aufzuzeigen, als um die Sicht auf das Ganze, das Vereinende.“ schu

CD-Tipp:

Viola Hammer „Heartbeat Project“, Unit Records, Vertrieb: Harmonia Mundi

Web-Tipp: Unit Records/Viola Hammer


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