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Herbert Pixner: Abseits von spezifischen Genres

Bald werden es 20 Tonträger sein, die der Südtiroler Musiker Herbert Pixner mit seinen 42 Jahren veröffentlichte. CONCERTO leistete sich ein musikalisches Panorama, um den regen Enthusiasten Herbert Pixner genauer kennen zu lernen. Der Künstler half dabei geduldig mit und gab auf unsere Fragen interessante Antworten.

Herbert Pixner / FotoCredit: Sinnesbichler

Herbert Pixner ist aus anderem Holz geschnitzt. Keine Starallüren, kein peinliches Posing vor seinen Fans, kein Refugium im Elfenbeinturm. Er ist mit seiner steirischen Ziehharmonika ein Publikumsmagnet und ein kraftstrotzender Rampenkeiler. Viele seiner Konzerte für den Rest des Jahres sind längst ausverkauft. Auf einem Bergbauernhof aufgewachsen, lernte Herbert Tischler, arbeitete als Senner und verdingte sich sogar einige Monate als Barmusiker in Vail/Colorado. Sein Herbert Pixner Projekt gibt es schon seit ca. 15 Jahren. Die aktuelle Besetzung ist immens erfolgreich und live ein Erlebnis der Sonderklasse: Pixner spielt die steirische Harmonika (weiteres das Guitaret, Flügelhorn und die Klarinette), Werner Unterlercher (b, kb), Heidi Pixner, die Schwester Herberts, sitzt an der Harfe und an der E-Gitarre imponiert Manuel Randi.

Jedes einzelne Album ein Experiment

Zur neuen CD „Lost Elysion“ meint Pixner:“Mit dem Herbert Pixner Projekt ist es das mittlerweile 9. Album. Die 1. CD erschien 2004, seither ist jeder Tonträger ein musikalisches Experiment. Zumeist der Spiegel des Erlebten, das von mir über die Musik aufgearbeitet wird. Das neue Album ist bestimmt wieder eine Weiterentwicklung, was Klang und Konzept betrifft.“ Auf die subjektive Feststellung, dass Nummern wie „Serpent“ oder „Electrifying“ eigentlich handfester Rock sind, entgegnet Herbert: „Welchen Charakter die einzelnen Stücke nun haben, soll und darf jeder für sich selbst heraushören. Die Kompositionen sind einfach meine Geschichten, die klanglich in Musik transferiert wurden. Filmmusik für das Kopfkino sozusagen.“ Zählte Pixner viele Jahre als der junge Franz Posch, den er sehr verehrt, begann er bald selbst neben der Grundessenz Volksmusik neue Stile aus anderen Genres zu verwenden. Da „Lost Elysion“ eher wenig Volksmusikalisches hören lässt, erklärt Herbert: „Wenn du die alpine Volksmusik meinst, dann erinnert in unserer Musik generell nur das verwendete Instrumentarium (steirische Harmonika, Harfe und Kontrabass) an pure Volksmusik. Wir haben nämlich mit der Zeit unseren eigenen Stil entwickelt, der sich abseits von Kategorisierungen und spezifischen Genres erfolgreich behauptet.“ Auf dem Album steht eindeutig der wunderbare Gitarrist Manuel Randi schwer im Mittelpunkt; fast auf Augenhöhe mit dem Bandleader. Randi spielt sein ganzes Können auf der elektrischen Gitarre aus und soliert oft mit emphatischer Brillanz. „Manuel Randi ist zur Zeit sicher einer der vielseitigsten Gitarristen der Szene. Kennengelernt hab ich ihn über sein Spiel auf der Manouche-Gitarre. Erst später wurde mir bewusst, dass Manuel eigentlich vom Metal kommt und hervorragend mit E-Gitarren umzugehen weiß.

FotoCredit: G. Egger

Stratocaster und Gretsch

So lag es auf der Hand, diesmal ein Album nur mit Stratocaster und Gretsch einzuspielen. Z.B. Walzer passte diesmal nicht ins Konzept. Vielleicht wieder beim nächsten Album.“ Neben seinem musikalischen Fortgang, der durchaus erfreulich ist, beschäftigt sich Herbert auch mit problematischen Tatsachen dieser Welt. Als Verehrer des Fotografen Lois Hechenblaikner, der die Zerstörung der Natur durch den Massentourismus dokumentiert, sinniert Pixner als Berühmter über seinen Einfluss auf das Publikum: „Ja, ich glaube fest, dass ich meine Fans positiv beeindrucken kann. Im besten Fall regt man mit seinen Statements zur Diskussion und zum Nachdenken an; ganz egal, zu welchen Themen man couragiert Stellung bezieht.“ Das Herbert Pixner Projekt wird weiterleben, neue Bandprojekte werden jedoch schon in Überlegung genommen. Italo Connection wird eine Nische ausfindig machen, in der man die Musik Joe Zawinuls, Jestofunks und der grellen Riminidiscos unter einen Hut bringt. Grandioso! Ernst Weiss

CD-TIPP: Herbert Pixner Projekt, „Lost Elysion“, Three Saints Records, Bezugsquelle: www.threesaintsrecords.jimdo.com

WEB-TIPP: www.herbertpixner.beepworld.de

LIVE-TIPPS:
in Ö: 
17.08.: Öblarn, Stadtplatz
26.08.: Hanau (D), Amphitheater
31.08.: Mutters, Muttereralmpark


Deutschland:
06.09.: Köln, Gloria Theater
07.09.: Hannover, Pavillon
08.09.: Bremen, Die Glocke
14.09.: Hamburg, Laeißzhalle
09.09.: Berlin, Universität der Künste
16.09.: Leipzig, Täubchenthal
21.09.: Mannheim, Capitol
22.09.: Würzburg, Congress Centrum
23.09.: Ingolstadt, Stadttheater

Schweiz:
27.09.: Zürich, Tonhalle Maag
29.09.: St. Gallen, Tonhalle

Kontakt

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