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Deutscher Jazzpreis: Shake Stew und Wolfgang Muthspiel

"Mit dieser Auszeichnung richten wir das Scheinwerferlicht auf die Vielfalt, Kreativität und kommunikative Kraft des Jazz. Die Jazzmusikszene baut seit jeher klingende Brücken zwischen unterschiedlichen Kulturen, sie steht für Mut, Austausch, Kooperation - und ist damit auch ein Spiegelbild unserer pluralistischen Gesellschaft." So die Grußworte der deutschen Kulturstaatsministerin Monika Grütters zum Deutschen Jazzpreis, der in 31 Kategorien am 3. Juni im Rahmen einer live gestreamten Show verliehen wurde. Moderatorin Pinar Atalay führte in einem Hamburger Studio durch das Event, zu dem nach und nach auch Beiträge aus dem Club Ella & Louis in Mannheim, aus dem A-Trane in Berlin und aus dem Münchner Jazzclub Unterfahrt zugeschaltet wurden. Der 83-jährige Konzertveranstalter Karsten Jahnke bekam den Spezialpreis für sein Lebenswerk. Die Überraschungs-Laudatio kam per Video von niemand Geringerem als Herbie Hancock, der über Jahnke unter anderem sagte: "Thank you, my friend, for paving the way for me and all the other artists you've handled. You have opened the door for us."

Shake Stew / FotoCredit: Koller

Hier in Österreich nahm man mit großer Freude zwei der Auszeichnungen in der Kategorie "Künstler:innen international" auf: Wolfgang Muthspiel gewann den Preis für Saiteninstrumente, zur Band des Jahres wurde Shake Stew ernannt. Die Formation um Bassist Lukas Kranzelbinder setzte sich damit gegen andere prominente Nominierte wie Snarky Puppy durch. Kranzelbinder: "Es gab für die Vorauswahl keinerlei Vorgaben, somit haben 15 Jurymitglieder jene Bands ausgesucht, die ihnen so in den Sinn gekommen sind. Immerhin sind in dieser Kategorie alle nichtdeutschen Bands der ganzen Welt zusammengefasst, also ist der Preis eine unglaubliche Ehre und Bestätigung für uns. Abgesehen von dem positiven finanziellen Aspekt ist das schon etwas, das länger wirkt. Es ist zu einer großartigen Zeit gekommen, sodass wir mit einem starken Antrieb wieder aus der Pandemie herausstarten. Es ist ein Ansporn, wieder voll aufzudrehen."

Shake Stew waren im Frühjahr im Studio und sind mit dem Deutschen Jazzpreis im Rücken doppelt motiviert, schon in den nächsten Monaten das neue Album zu promoten, welches Anfang 2022 erscheinen soll. Kranzelbinder: "Wir sind gerade in der Phase der Post-Production. Es wird wieder ein volles Studioalbum, und einige Titel werden schon vorher veröffentlicht." Die Stelle am Altsaxofon hat seit kurzer Zeit Astrid Wiesinger inne, und auch diese Umbesetzung gibt der Band neuen Schub. "Astrid ist nicht nur eine großartige Saxofonistin, sondern bringt auch einen Drive in die Band, den ich nicht auf diese Art und Weise erwartet hätte. Ich habe gleich bei den ersten Konzerten eine sehr starke Verbindung zu ihr gespürt. Sie wirkt wie eine frische Brise für Shake Stew." Die Erfolgsserie für Lukas Kranzelbinder und sein Team scheint also in eine neue Phase zu treten. "Die Band rollt immer weiter, da kann man nur mitrollen und es genießen."

Wolfgang Muthspiel gewann den Preis für Saiteninstrumente/ FotoCredit: Laura Pfeifer

Zurück zum Deutschen Jazzpreis, der in insgesamt 31 Sparten vergeben wurde. In der Kategorie "Künstler:innen national" scheint Christian Lillinger gleich zweimal auf, nämlich als Künstler des Jahres sowie in der Sparte Schlagzeug. Weitere PreisträgerInnen: Aki Takase (Klavier), Daniel Erdmann (Holzblasinstrumente), Eva Kruse (Bass), Lucia Cadotsch (Gesang) und Ronny Graupe (Gitarre). Als bestes Instrumentalalbum wurde "Not Far From Here" (ECM) des Julia Hülsmann Quartetts, als bestes Vokalalbum "Irade" (Traumton Records) des deutsch-libanesischen Quartetts Masaa ausgezeichnet. Zum Künstler des Jahres international wurde der armenischstämmige Pianist Tigran Hamasyan gekürt (aktuelles Album: "The Call Within", Nonesuch Records). Er wurde aus Los Angeles zugeschaltet, die Laudatio in Hamburg hielt Nils Landgren. Martin Schuster

CD-TIPP:

Markus Geiselhart & Big Band Pfaffstätten feat. Andy Haderer, ,,Wiener Neustädter Kanal Suite", cracked anegg records, Vertrieb: Galileo Music

BUCH-TIPPS:

Fritz Lange, ,,Der Wiener Neustädter Kanal", Sutton Verlag

Fritz Lange, ,,Von Wien zur Adria", Sutton Verlag

Heinrich Tinhofer, ,,Die 40 Wasserfälle Richtung Wien", Kral-Verlag

Web-Tipp:
www.crackedanegg.com 

www.geiselhart.at 

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