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Bartolomey Bittmann:
"Progressive string" Made in Austria

Matthias Bartolomey und Klemens Bittmann bezeichnen ihr Duo als Crossover Band mit Schwerpunkt auf Groove, Rock und poppigen Jazzelementen. Mit ihrem in der klassischen Musiktradition verankerten Instrumentarium - Cello, Violine, Viola und Mandola - begeben sich die beiden Individualisten auf einen Weg abseits des Mainstreams. Ihr Debütalbum "Meridian" ist kürzlich erschienen.

Klemens Bittmann ist gebürtiger Grazer und bereits seit seiner Studie nzeit „zweigleisig“ unterwegs. Er absolvierte neben dem klassischen Geigenfach auch ein Jazzgeigenstudium bei Didier Lockwood in Paris. Als Gründer der Formationen Beefólk und Folksmilch hat er sich weit über die heimische Musikszene hinaus einen Namen gemacht. Der Wiener Cellist Matthias Bartolomey hingegen hat eine rein klassische Ausbildung genossen und ist bis heute mit dieser musikalischen Welt verbunden geblieben. So spielt der mehrfach ausgezeichnete Musiker seit einigen Jahren etwa als Solo-Cellist bei Nikolaus Harnoncourts Concentus Musicus. Aber auch er fühlte sich schon früh zu anderen Genres hingezogen, anfangs zum Rock, später zum Jazz. „Die Begegnung mit Klemens war dann plötzlich die Chance - über die Jahre hatte sich einiges an Energie aufgestaut, für die ich in der Klassik kein richtiges Ventil finden konnte“, so der Cellist.

Kennengelernt haben sich die beiden vor zwei Jahren im Rahmen eines Projekts des Sängers Drew Sagich. Man war von Anfang an voneinander angetan und wollte unbedingt gemeinsam musizieren. „Matthias strahlt eine herrliche Ruhe aus. Ich mag seine Bühnenpräsenz und - für mich sehr wichtig - wir haben ein gemeinsames Gefühl für Time“, so Klemens Bittmann über seinen Duopartner. Auch Matthias Bartolomey findet nur Worte des Lobes für seinen Kollegen: „Wenn Klemens die Geige oder die Mandola in die Hand nimmt, fließt ab der ersten Saitenberührung Musik durch den Raum. Diese Unmittelbarkeit und dieser Fokus hat mich seit unserer ersten Begegnung fasziniert und inspiriert.“ Der essenziellste Baustein für eine Band jedoch sei, dass sich ein unausgesprochenes musikalisches Verständnis einstelle und dass man sich auf der Bühne – egal was passiert - zu hundert Prozent aufeinander verlassen könne. Unter diesen Voraussetzungen ist es wohl kein Wunder, dass die beiden Musiker dem Duoprojekt mittlerweile einen Gutteil ihrer Zeit und Energie widmen.

Die Kompositionen entstehen übrigens in der Regel gemeinsam: „Am Anfang steht eine musikalische Idee. Aus dieser ‚Zelle’ basteln wir Schritt für Schritt etwas Größeres, bis es zu einer eigenständigen Komposition wird.“ Matthias Bartolomey verweist in diesem Zusammenhang auch auf den meditativen Aspekt dieser Herangehensweise. Während der Entstehungsphase ihres Debütalbums „Meridian“, die etwa ein Jahr in Anspruch genommen hat, gab es viele solcher Momente, in denen man in eine Art Trance verfiel und sich die Ideen ganz selbstverständlich zusammenfügten. Natürlich werde, wenn es darum geht, eine gemeinsame Linie zu finden, auch viel diskutiert. Dies sei wichtig, schließlich gehe es ja auch darum, klar zu definieren, was man mit seiner Musik aussagen wolle.

Wenn man in das Album „Meridian“ reinhört, wird man gleich auf das Faible der beiden Protagonisten für schnelle Tempi und virtuose Unisono-Passagen aufmerksam. „Die Suche nach interessanten Klangfarben im Unisonospiel zweier Melodieinstrumente ist etwas, das mich immer schon fasziniert hat“, erläutert der bekennende John-McLaughlin- und Mahavishnu-Orchester-Fan Matthias Bartolomey. Im Titelstück „Meridian“ kommt der wunderbar weiche Klang der Mandola so richtig zur Geltung. Mit dem zur Familie der Mandolinen gehörenden Instrument erfüllt sich Klemens Bittmann seine „Sehnsucht nach Akkorden“, welche er mit der Geige nur teilweise befriedigen kann. Dabei versucht er sich hinsichtlich des Sounds und der Spieltechnik der Gitarre anzunähern, wobei sich der Klang der Mandola aufgrund ihrer Quinten-Stimmung deutlich von dieser unterscheidet. Neben der Präsentation seines Debütalbums wird das Duo in den kommenden Monaten gemeinsam mit der Schauspielerin Ursula Strauss einige musikalisch-literarische Abende gestalten. Titel dieses Projekts: „Wo der Hund begraben liegt“. Text und Interview: Jörg Weitlaner, Fotos: Maximilian Jezo-Parovsky

Aktuelles Album:
Bartolomey Bittmann “Meridian“, Milchrecords

Web-Tipp:
www.bartolomeybittmann.at

Live-Tipps:

  • 26.10.: Bartolomey/Bittmann, Salzburg, Domquartier

  • 02.11.: Bartolomey/Bittmann mit Ursula Strauss, "Wo der Hund begraben liegt", Ruine Aggstein / Rittersaal im Rahmen des Festival "Wachau in Echtzeit",
    Info: www.kultur-melk.at/wachau-in-echtzeit/programm.php

  • 05.11.: Bartolomey/Bittmann, Graz, Austrian Sound Check, Info: www.gamsbartjazz.at
  • 20.11.: Bartolomey/Bittmann, Kumberg, Loders Backstube

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