blues talk FOLGE 97: Stilisten an der Gitarre Vol. XV

Wieder einmal stehen die Meister der Gitarren-Saiten im Mittelpunkt des BluesTalk.

Dass Skandinavien über exzellenten Blues und ebensolche Musiker verfügt, ist bekannt. Dass es ein junger Gitarrist aus diesen Gefilden aber vermag, im Heimatland dieser Musik nachhaltig Fuß zu fassen, ist dann doch ungewöhnlich. Christoffer „Kid“ Andersen hat dieses Meisterstück zuwege gebracht, unter anderem in den Bands von Charlie Musselwhite und Rick Estrin. Geboren wurde der Gitarrist am 15. Jänner 1980 im norwegischen Telemark. Früh interessierte sich der junge Mann für Blues, die Initialzündung kam einmal mehr von Stevie Ray Vaughan. Trotz der äußerst lebendigen, skandinavischen Bluesszene zog es Andersen aber in die USA, um seine favorisierte Musik „aus erster Hand“ zu lernen. Im Alter von 21 Jahren war es dann soweit, Andersen folgte dem Ruf Terry Hancks. Rasch etablierte er sich vor allem ím West Coast Blues. Eine der wesentlichen, bisherigen Stationen war aber auch die Band von Charlie Musselwhite, belohnt unter anderem mit einem Blues Music Award für das Album „Delta Hardware“. Die nächste große Chance erhielt der Norweger, als „Little“ Charlie Baty die Nightcats verließ und Rick Estrin einen Gitarristen benötigte. Andersen griff ohne Zögern zu und nutzte die Gelegenheit, um einmal mehr seine exquisite Saitenarbeit unter Beweis zu stellen. Dies führte konsequenterweise dazu, dass er 2013 erstmals auch selbst in der Kategorie „Best Instrumentalist – Guitar“ für einen Blues Music Award nominiert wurde.  

 


Einer der großen Publikumslieblinge des Vienna Blues Spring 2014 war Sänger, Gitarrist und Songwriter Albert Castiglia, sowohl als Teil des Ruf Blues Caravan – der nicht unwesentlich von ihm lebte – aber vor allem auch mit seiner eigenen Band. Castiglia wurde 1969 in New York als Sohn einer kubanischen Mutter und eines italienischen Vaters geboren. Mit zwölf Jahren griff er zur Gitarre, mit einundzwanzig wurde er Profimusiker, damals mit der „Miami Blues Authority“. Es war auch in Miami, wohin die Familie gezogen war, wo er zum „Best Blues Guitarist“ gekürt wurde. Als Einflüsse nennt der Musiker Eric Clapton ebenso wie Muddy Waters, Buddy Guy aber vor allem auch Luther Allison, der „niemals weniger als 100% gab“. Sein gesamtes Leben wurde indessen auf den Kopf gestellt, als ihn niemand Geringerer als Junior Wells in seine Band holte. Von ihm, einer Art zweiter Vaterfigur, lernte er immens. Nach dem Tod des Großmeisters verdingte sich Castiglia bei Sandra Hall, um schließlich 2002 sein Solo-Debüt „Burn“ auf den Markt zu bringen und seine eigene Band ins Leben zu rufen. Seit diesen Tagen ist Albert Castiglia auf den Bluesbühnen dieses Globus ein gern gesehener Gast.    

 

Geboren am 30.11.1956 in Grove City, Pennsylvania, und aufgewachsen in Irving, Texas, etablierte sich der junge Joe Kubek bereits im Alter von vierzehn Jahren als Gitarrist in den Clubs und Bars von Dallas, wobei zu Beginn allerdings nicht unbedingt der Blues im Vordergrund stand, sondern der Rock vom Schlage Cream oder Jimi Hendrix. Mit der Zeit interessierte sich der junge Musiker aber auch für den Zwölftakter und stieß schließlich auf Freddie King, den er bis zu Kings frühen Tod im Jahr 1976 begleitete. Noch waren die Weichen aber nicht auf Soloerfolge gestellt, auch wenn B.B. King anlässlich einer kleinen Jamsession hinter der Bühne dem damals 19-Jährigen beschied, er würde ihn an George Benson erinnern (den Beinamen „Smokin´“ bekam Joe Kubek übrigens bereits mit 17 Lenzen von einem Klubbesitzer in Irving verpasst, der eine zufällig von Kubek zusammengestellte Band kurzerhand als Smokin´ Joe Kubek And The Electric Tennis Shoes plakatierte). Also schlug Kubek sich weiter im Lone State Chitlin Circuit durch, spielte mit Bands wie Robert Whitfield´s Last Combo, Al „TNT“ Braggs oder Ernie Johnson und versuchte zu überleben. Gegen Ende der Achtziger begann sich das Glücksrad dann aber doch stärker auf das Feld „Joe Kubek“ zuzubewegen. Der Musiker spielte damals in Dallas eine Serie von Montagabend-Gigs, als eines Tages ein schwarzer Musiker das Lokal betrat und mit dem Gitarristen ins Gespräch geriet. Diese Begegnung mit Bnois King führte letztlich zu einer der erfolgreichsten Kollaborationen des Blues der vergangenen Jahrzehnte.

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