Satuos Mischkulanzen

Mit ihrer Mischkulanz aus Folk, Jazz, Pop und Rock lässt sich Satuo gar nicht darauf ein, den berühmten roten Faden zu finden. Und das macht die Band über alle Maßen interessant.

Satuo in voller Besetzung. Foto: Matthias Obergruber

Aron Saringer, der Sprecher Satuos, spielt Gitarre, singt und liefert das Gros der Eigenkompositionen auf der Debüt-CD "Satuo", die im Quintett eingespielt und schon bei etlichen Auftritten erfolgreich präsentiert wurde. Der Autor war im August beim Wiener WUK-Gig dabei, beobachtete ein konzentriert lauschendes Publikum und genoss ein wunderbares Konzert. Satuo setzten auf Vielseitigkeit, Abwechslung und tiefgreifende Lyrics, die zum Zuhören zwingen. Laura Korhonen aus Finnland ist die Sängerin der Gruppe und wurde u.a. in diesem Magazin mit ihrer eigenen Formation Treeoo beschrieben. Im Gegensatz zu Aron und dem italienischen Banjo-Spieler Fabian Baumgartner, die klassische Musik studiert haben, kommt Laura vom Jazz, was Satuo noch aufregender werden lässt. Korhonen integriert in die Tracklist 2 Songs aus ihrer Heimat, die ihre Verbundenheit zu finnischem Folk bekunden sollen. Vor allem bei diesen Traditionals greift sie zur Melodica oder singenden Säge, was eine glaubwürdige Authentizität erzeugt.

Songs mit Hit-Qualität

2 Lieder auf dem Album besitzen absolutes Hit-Potential und stammen aus der Feder Saringers: "Here Comes the Love" ist jazzig-rockig angehaucht und besitzt einen Ohrwurm-Refrain. Raphaela Fries (dr, perc) und Judith Ferstl (b) tragen massiv dazu bei, dass das Kern-Trio (Saringer, Korhonen, Baumgartner) volle Wirkung entfalten kann. Dass Aron Tom Waits verehrt, hat auch der Rest der Band begriffen. Man coverte "Long Way Home" in einer melancholischen Country-Version und besingt sehr ironisch und eigenwillig den "Chocolate Jesus" als augenzwinkernden Gospel. Saringer und Satuo wollen an den Missständen dieser Welt nicht locker vorbeischlendern, sondern mutig, gesellschaftspolitisch Stellung beziehen. Satuo ist nicht die einzige Band, die vom Elend der "Moorsoldaten" in einem NAZI-KZ singt; und wird auch nicht die letzte sein. Dass man Billy Holidays düsteres "Strange Fruit" interpretiert, wird Scheuklappen-Jazzfans eventuell zum Spötteln anregen, lässt einem aber die Gänsehaut aufziehen. Dass Satuo die aktuellen Zustände in den USA im repressiven Umgang mit der schwarzen Bevölkerung mit dem Song in Erinnerung rufen will, ist mehr als gerechtfertigt. Leider baumeln uns immer häufiger komische Früchte vor der Nase. Ernst Weiss

CD-TIPP: "Satuo", Lido Records, Vertrieb: Hoanzl

WEB-TIPP: www.satuo.at

LIVE-TIPPS:
30.10.: Wien, Tunnel, Florianigasse 39, 1080 Wien
15.01.: Wien, Konzertcafé Schmid Hansl, Schulgasse 31, 1180 Wien, cafeschmidhansl.at

 

 

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