Code Name „Schapitzki“

Ein deutsches Quartett "Live" - und wer dahinter steckt...

Schapitzki / FotoCredit: Dieter Düvelmeyer

Der Bandleader stammt aus Bonn und ist als "umtriebiger" Komponist, Bandleader und Altsaxophonist in der deutschen, speziell der Berliner Szene bekannt - Felix Wahnschaffe. Der durchaus immer wieder international ausgerichtete Musiker, der u.a. mit Simon Nabatov, John Betsch, Ed Schuller, Aki Takase oder auch in Alexander von Schlippenbachs Berlin Contemporary Jazz Orchester spielte und bei Dave Liebman studierte, hat sich mit seinem bisherigen künstlerischen Werk als äußerst kreativer Freigeist der Contemporary Improvised Music erwiesen. Seit zehn Jahren pflegt er Das Rosa Rauschen, wie er seine Hauptband (u.a. mit dem Pianisten Achim Kaufmann, dem Bassisten Oliver Potratz und dem Drummer Eric Schaefer) nennt.

Mit seinem Quartet Schapitzki keimt gerade ein neues Pflänzchen aus seinem musikalischen Biotop.

Das als Saxophon & Rhythm Section bekannte System (neben dem Bandleader sind dies Marc Schmolling/piano, der österreichische Bassist Matthias Pichler und Moritz Baumgärtner/drums) hat jetzt ihre "Live"-Hommage mit dem Titel "Naherholung Sternchen", benannt nach einer "angesagten" Musikbar in Berlin Mitte, veröffentlicht. Ein äußerst lebendiges Dokument.
Der Abend beginnt verhalten, suchend, mit den Saxophonlinien die "HörerInnen" langsam ertastend, die Face to Face-Atmosphäre aufbauend. Diese durchaus modale Sprödheit steigert sich sukzessive in immer expressivere, freie Ausbrüche, die gleichzeitig aber durchaus eine kompakt und komplex interagierende Band namens Schapitzki erkennen lassen. Genauso wie die leichten Wölkchen zu dunklen und blitzenden Gewittertürmen wachsen, so verzieht sich die Spannung wieder, tritt gespannte Stille an deren Stelle, in der wieder wie in Zeitlupe Klavier- und Saxophontöne, Besen- und Bass-Saiten-Geräusche ihren Platz behaupten. Dieses Auf- und Abschwellen der Intensitäten sorgt für durchgehende Aufmerksamkeit und drückt sich lapidar in den Stücktiteln wie "11.07", "3.57", "11.12" oder "13.55" aus, eine auch philosophische zu lesende Behauptung der vergehenden Zeit und des Verklingens, des bald darauf folgenden realen Schließens dieses "Kunst-Ortes" und dem Weiterleben auf einem Silberling. Der klingt mit dem ein wenig ironisch anmutenden, 1940 geschriebenen Jazz-Klassiker "When You Wish Upon A Star" von Harline/Washington aus dem Film "Pinocchio" aus, Gegenwart und Vergangenheit wieder einmal untrennbar verbunden. Thomas Hein

aktuelle CD-Tipp:

Schapitzki "Live", Unit Records, Vertrieb: Harmonia Mundi

WEB-TIPP:

www.felix-wahnschaffe.de

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