Rob Luft: Goldrichtige Vorschusslorbeeren

Bekleckert mit schlechten Erfahrungen, scheint es einem Journalisten suspekt, wenn eine Plattenfirma mit überschwänglichen Lobeshymnen prominenter Musiker oder Autoren einen Schützling bewirbt. In dem Fall stapft Edition Records nicht in das Fettnäpfchen. Der Londoner Gitarrist Rob Luft spielt tatsächlich Sensationelles.

Rob Luft / FotoCredit: Edition Records

Es liegt eigentlich nicht in der Art der Briten, sich zu maßlos übertriebenen Äußerungen hinreißen zu lassen. Doch, wenn man immer wieder hört, dass Luft ein "Wunderkind" sei, sollte man sich die Musik des jungen Mannes zu Gemüte führen. Im Vorfeld erfährt man, dass Rob Gewinner des prestigeträchtigen "Kenny Wheeler Music Prize" ist und 2016 bei der "Jazz Guitar Competition" in Montreux hinter dem Finnen Olli Hirvonen den 2. Platz zugesprochen bekam. Das hat Gewicht und Aussage. Mit seiner 1. CD unter eigenem Namen wird Luft allen Erwartungen gerecht und lässt durch 10 Eigenkompositionen einen leidenschaftlichen, innovativen und außergewöhnlichen Jazz-Rock hören, der sich glasklar von den oft langweiligen Klischees dieses Genres abgrenzt. Fast ein Schuss ins Knie, wenn man auf Spiegel Online liest, dass Rob durch seine Virtuosität an der Gitarre an das Trio di Meola, McLaughlin und de Lucia erinnert oder gar anknüpft. Luft strebt überhaupt nicht danach, einen Weltrekord im Schnellspielen aufzustellen oder mit unbedingtem, musikalischem Imponiergehabe, das Publikum in Staunen zu versetzen.

Jazz und Highlife

Mit 4 ebenso jungen, talentierten Kollegen kreiert der Londoner einen eigenen Stil, der eingängig, erdig und leidenschaftlich ist; der hören lässt, aus welch großartigen Musikern das Quintett besteht und wie spannend, frisch und stimmungsvoll eine Fusion aus Contemporary Jazz, englischem Folk und Indie-Rock sein kann. Eminent ist an Rob´s Musik noch, dass er immer wieder seine Gitarre flirrend und flimmernd wie im westafrikanischen Highlife spielt und dadurch die Tracks mit einer besonderen Note färbt (z.B.: "Night Songs" oder "St. Brian"). Neben Corrie Dick (dr), Tom McCredie (b) und Joe Webb (hammond, p, harmonium) kommt besonders der brillante Tenorsaxophonist Joe Wright zur Geltung, der sein Instrument schon mal groovig brummen und kreischen lässt. Es lohnt sich, auch andere Bandprojekte Rob´s zu beobachten, die allesamt reizvoll und unkonventionell sind: u.a. Big Bad Wolf oder Deco Ensemble. Ernst Weiss

CD-TIPP: Rob Luft, "Riser", Edition Records, Vertrieb: Membran

WEB-TIPP: robluft.co.uk

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