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blues talk FOLGE 104 - Bluesvariationen Vol. III

 

Von Piano und Hammond über Zydeco bis zum Blues/Swing-Saxophon

 

Ron Levy

„…the known and unknown boundaries of Blues and Jazz, Latin and Gospel, Hip-Hop and free style…“, so definiert Reuvain Zev ben Yehoshua Ha Levi, kurz Ron Levy, seinen Musikkosmos, den er mit Ron Levy’s Wild Kingdom kultiviert. Der 64jährige Amerikaner aus Cambridge, Massachusetts, den B.B. King einst mit den Worten „Er ist einer der besten Musiker, mit dem ich je gespielt und gearbeitet habe.“ adelte, begann, nachdem er zunächst Klarinette gelernt hatte, im Anschluss an ein Konzert von Ray Charles, sich mit Piano und Hammond zu beschäftigen. Die erste wesentliche Station seiner Musikkarriere führte ihn zu Albert King, bei dem er als Siebzehnjähriger einstieg und bis 1976 mit ihm tourte. Bestärkt durch diese Erfahrung, arbeitete Levy im Gefolge mit Roomful Of Blues, Luther „Guitar Jr.“ Johnson, Ronnie Earl und nicht weniger als sieben Jahre mit dem bereits zitierten B.B. King. Mitte der 1980er gründete der Musiker, der auch als Produzent und A&R-Verantwortlicher für Plattenlabel wie Black Top oder Bullseye tätig war, schließlich sein jetziges Outfit „Wild Kingdom“, das zweifelsfrei im Blues wurzelt, aber unzählige weitere Stile zu einem schmackhaft tönenden Gumbo vermengt. Neun Grammy-Nominierungen stehen dergestalt konsequenterweise zu Buche, zudem sind Levys Kompositionen in zahlreichen Filmen und Fernsehserien zu hören. Seine bewegte, bisherige Lebensgeschichte, unter anderem mit Begegnungen von Elvis Presley bis Nina Simone, sei auch als Buch, „Tales of a Road Dog“, empfohlen.

Buckwheat Zydeco

Der kommerzielle Siegeszug des Zydeco in den Achtzigern des vergangenen Jahrhunderts ist untrennbar mit einem Namen verbunden: Stanley Dural Jr. Sowohl der Musiker selbst als auch seine Gruppe firmieren allerdings unter dem wesentlich bekannteren Markennamen Buckwheat Zydeco. Geboren wurde Dural 1947 in Lafayette, Louisiana. Den Spitznamen „Buckwheat“ erhielt er bereits als Jugendlicher, nachdem seine Haarpracht an eine populäre Filmfigur mit demselben Namen erinnerte. Musik lag in der Familie stets in der Luft, der Vater spielte in seiner Freizeit Akkordeon. Dural selbst begann indessen zunächst an der Orgel und war bereits Ende der 1950er in Backingbands von Joe Tex bis zu Clarence „Gatemouth“ Brown zu finden. Zu Beginn der 70er-Jahre gründete er „Buckwheat & The Hitchhikers“, mit denen er sich in die Gefilde des Funk bewegte. Schließlich schloss er sich 1976 dem zu jener Zeit einflussreichsten Zydeco-Star, Clifton Chenier, an, und zwar noch immer an den Tasten. Dural war aber derart begeistert von Chenier, dass er selbst kurz darauf zum Akkordeon griff und schließlich seine eigene Truppe, eben Buckwheat Zydeco, ins Leben rief. Bereits 1983 wurde er erstmals für einen Grammy vorgeschlagen, zahlreiche weitere Nominierungen folgten. International bekannt wurde Buckwheat Zydeco aber vor allem auch durch einen mittlerweile legendären Film: The Big Easy, mit Ellen Barkin und Dennis Quaid in den Hauptrollen. Derart in den Fokus geraten, spielte die Band unter anderem mit Eric Clapton in der Royal Albert Hall und arbeitete mit Keith Richards und Robert Plant ebenso wie mit Willie Nelson oder Mavis Staples.


 

Sam Burckhardt

Dass Europäer den Chicago Blues verehren, ist bekannt ... und verständlich. Dass ein Europäer in der Windy City selbst zu einem der gefragtesten Blues-Musiker wird, erstaunt da schon eher. Samuel Balthasar "Sam" Burckhardt wurde von Basel über Zürich nach Chicago verschlagen. Ausgebildet an der Musik-Akademie von Basel war es Eddie Boyd, der von dem damals gerade Vierzehnjährigen bei einem Konzert in der Schweiz begleitet wurde, und zwar am Schlagzeug. Vier Jahre später wiederholte sich das Ereignis, diesmal mit Sunnyland Slim, der Burckhardt auch nach Chicago einlud. Zunächst jedoch holte sich der junge Musiker zusätzliche Bühnenerfahrung in seiner eigenen Heimat, in der Black Cat Bone Blues Band und am Saxophon. 1981 war es dann schließlich soweit. Burckhardt zog in die Staaten und schloss sich der Band von Sunnyland Slim bis zu dessen Tod 1995 an. Daneben war er Mitglied der überaus erfolgreichen Neo-Swing-Band Mighty Blue Kings, danach tourte er mit The Big Swing und gründete um die Jahrtausendwende das Sam Burckhardt Nonett. Mit Zora Young wiederum spielte er 2009 die CD "Sunnyland" ein. All diese Aktivitäten erlauben es dem Saxophonisten Burckhardt, seine Leidenschaften für Jump Blues, Jazz und Swing ausgiebig auszuleben. Dietmar Hoscher

CD-TIPPS:

  • Ron Levy’s Wild Kingdom „Best Of RLWK B-3 Organic Grooves“, Eigenverlag

  • Buckwheat Zydeco „Lay Your Burden Down“, Alligator Records

  • Sam Burckhardt „Bobolink“, Airway Records

BUCH-TIPP:

  • Ron Levy „Tales Of A Road Dog – The Lowdown Along The Blues Highway“, www.levtron.com

WEB-TIPPS:

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