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Auf der Suche nach den Trüffeln

Das zweite Album von Hello Truffle spielt mit Mahler

Hello Truffle / Foto: Patrick Bürge

Das Spiel von MusikerInnen bleibt nicht immer auf jenes innerhalb der Töne beschränkt, es setzt sich auch in den ironischen Andeutungen in verschiedenen Namen und Titeln fort. Für ihr Zweitwerk nach einem ersten „Streifzug“ spannt die 2012 in der Schweiz gegründete Band Hello Truffle mit „Malen nach Mahler“ eine Vielzahl an assoziativen Fäden zwischen sich und das Publikum.

 

Der in Aarwangen im Kanton Bern geborene Bandleader, Komponist und Saxophonist, hier auch multiinstrumental (Violine, Piano, Harmonium & Vocals) agierende Kopf der Truffles, Matthias Wenger, übernimmt in diesem Kontext (mit Gitarrist Nick Perrin, Bassist Philipp Moll und Drummer Christoph Steiner) eine ähnlich Rolle, wie sie sein Kollege Andreas Schaerer, mit dem er gemeinsam mit Hildegard das Fliegen lernt, in der mittlerweile international anerkannten Band innehat. Mit jenem Bandwagon verbindet Hello Truffle die permanente Wachheit im Spiel, der stete Wechsel der Stimmungen, die Fülle an Details im anregenden Bad der Überraschungen, die in eine wundersame Reise in ähnlich herausfordernde Tonwelten mündet.

Wegweiser im Klangfluss

Während Matthias Wenger durch sein Instrumentarium und - bis auf „Kreisverkehr“ und „Geopard“ aus der Feder von Philipp Moll – auch als Komponist und damit Kapitän die Richtung vorgibt, die der zweite Steuermann Nick Perrin durch seine wechselnden Gitarren-Sounds noch zu verstärken weiß, verkörpern Philipp Moll und Christoph Steiner die stabile und immer kommunizierende Basis, von der ausgehend Hello Truffle in unbekannte Gewässer aufbrechen. Mit Phantasie anregenden Titeln wie dem „Dwarf 5“ suchen sie im „November“ nach der „Balkan Truffle“, sie stehen irgendwann im Lauf der Expedition „Am Berg“, nachdem sie mit dem Titelsong „Malen nach Mahler“ auch ihre sinnbildliche Referenz an die Musikgeschichte erweisen, die man aber auch ohne genaues Hintergrundwissen genießen darf. Da wird mit expressiven Rock-Riffs ebenso „zugepackt“ wie man sich kurz darauf lyrisch träumend treiben lässt, da verändern sich langsam verschwimmend die Melodien im Strom des Klanges, rhythmische Akzente teilen und verbinden wieder den Fluss der Musik. Ein aus dem vielschichtig sprießenden Biotop der jungen Schweizer Szene auffallend gefärbtes Gewächs, dessen aktueller Blüte man durchaus ein langes Leben und frische Knospen wünscht. Thomas Hein

aktuelle CD:  Hello Truffle  "Malen nach Mahler", Unit Records

WEB-TIPP: www.hellotruffle.com 

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