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Jacques Schwarz-Bart: Vom Gwoka-Jazzer zum Hazzan am Saxophon

Der Saxophonist Jacques Schwarz-Bart lebt seit über 20 Jahren in New York. Seine Herkunft, die Musik der Heimat, Guadeloupe, und seinen religiösen Background reflektiert er jedoch markant in seinen Projekten.

Jacques Schwarz-Bart, FotoCredit: Enja Records

Immer wieder wartet der impulsive Saxophonist neue Projekte auf, die rasch durch Medien in der Musikwelt ventiliert werden. Auf dem neuen Album, "Hazzan", interpretiert Schwarz-Bart tief emotional jüdisch liturgische Gesänge im Quartett. Traditionals werden mit explosivem Hardbop vermischt, der im Übermaß spannungsgeladen und spritzig ist. Dazu meint Schwarz-Bart: "Der Name Hazzan bedeutet Kantor in der jüdischen Tradition. Ein Rabbi, der einen meiner Auftritte kommentierte, sagte mir: -Wenn du spielst, klingen die Noten wie ein Gebet. Du bist ein Hazzan auf deinem Saxophon.- Ich beschloss daraufhin, ein Projekt mit Jazzmusik und Hazzanout, die Kunst des Singens jüdischer Gebete, ins Leben zu rufen."

Neo-Soul und World-Jazz

Bevor sich der Musiker aus Guadeloupe mit berühmten Eltern (Simone und André, renommierte SchriftstellerInnen) ab 2016 mit jüdischer Liturgie zu beschäftigen begann, spielte er eine relevante Rolle im Neo-Soul und arbeitete mit Meschell N´Degeocello, D´Angelo oder Erika Badu. Parallel dazu war Schwarz-Bart mit Jazzern wie Chucho Valdes, Danilo Pérez oder Roy Hargrove im Genre eines schwarzen New Jazz mit World- Affinitäten im Blickpunkt. 2005 realisierte Brother Jacques eigene Vorstellungen mit Gwoka-Jazz. Gwoka ist ein französisch-kreolisches Wort und bedeutet große Trommel. Schlussendlich wollte Schwarz-Bart eine Fusion von Jazz mit der Musik der südlichen Karibik kreieren, was auf 2 Alben, "Somé Ka La" und "Abyss", beeindruckend dokumentiert ist. 2012 überraschte Jacques "schon wieder" mit seinem Projekt, die Voodoo-Musik seiner Heimatinsel mit Jazz zu attraktivieren. Das Ergebnis war ein erfrischender Crossover von einer an geheimnisvoller Spiritualität prallen Musik im locker gesteckten Rahmen an modernem Jazz. Mit Grégory Privat (p), Stéphane Kerecki (b) und Arnaud Dolmen (dr) funktioniert es auf "Hazzan" prächtig, man möchte fast sagen, überwältigend. David Linx (voc) und Darren Barrett (tp) wirken auf je 2 Tracks als Gäste mit; und auch das großartig. ewei

CD-TIPP: Jacques Schwarz-Bart, "Hazzan", Enja/Yellowbird, Vertrieb: Soulfood, www.yellowbird-records.com

WEB-TIPP: www.brotherjacques.com

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